Deutsche Tageszeitung - Interpol streicht Sea-Sheperd-Gründer Paul Watson von Fahndungsliste

Interpol streicht Sea-Sheperd-Gründer Paul Watson von Fahndungsliste


Interpol streicht Sea-Sheperd-Gründer Paul Watson von Fahndungsliste
Interpol streicht Sea-Sheperd-Gründer Paul Watson von Fahndungsliste / Foto: © AFP

Die internationale Polizeibehörde Interpol hat einen Haftbefehl gegen den Umweltaktivisten Paul Watson aufgehoben. Interpol habe entschieden, den für seinen radikalen Einsatz gegen Walfangschiffe auf hoher See verurteilten Gründer der Umweltorganisation Sea Sheperd von seiner roten Fahndungsliste zu streichen, erklärte Watsons Anwalt William Julie am Dienstag. Die Polizeibehörde habe den Haftbefehl ursprünglich auf Antrag Japans erlassen, halte die Maßnahme mittlerweile jedoch für "unverhältnismäßig".

Textgröße ändern:

Der 74-jährige Watson war im Juli 2024 in Grönland aufgrund eines japanischen Haftbefehls aus dem Jahr 2012 festgenommen und inhaftiert worden. Ihm wurde vorgeworfen, ein Walfangschiff beschädigt und einen Walfänger verletzt zu haben. Im Dezember wurde Watson freigelassen, nachdem Dänemark ein japanisches Auslieferungsgesuch abgelehnt hatte.

Ein Interpol-Sprecher bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass der Haftbefehl aus der entsprechenden Interpol-Datei gelöscht worden sei. Diese Entscheidung sei unter Berücksichtigung der "Weigerung des Königreichs Dänemarks, Herrn Watson auszuliefern", getroffen worden.

Laut Anwalt Julie hat der Fall "symbolische Bedeutung über seine strafrechtlichen Merkmale hinaus": Demnach hätten politische Interessen dazu geführt, dass Watson auf die rote Fahndungsliste von Interpol gesetzt worden sei.

Watson, der die kanadische und die US-Staatsbürgerschaft besitzt, hatte Sea Sheperd mit Sitz in den USA im Jahr 1977 gegründet. Die Organisation hat sich den Schutz der Meere auf die Fahnen geschrieben.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Oxfam: Superreiche verursachen mit Privatjets und Investitionen enorme Klimaschäden

In Sekunden so viel klimaschädliches CO2 verursachen wie deutlich ärmere Menschen in einem ganzen Jahr - das machen laut einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam die Privatjets von Superreichen. 2025 hätten Privatjets weltweit in nur zwei Sekunden mehr CO2 verursacht als ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung im gesamten Jahr, heißt es in dem am Dienstag vorgelegten Bericht. Knapp zwei Wochen vor der Weltklimakonferenz forderte Oxfam daher eine höhere Besteuerung von Superreichen.

EU-Fischereiverbote: Rainer pocht auf Ausnahme für deutsche Ostsee-Fischer

In den EU-Verhandlungen über Fischereiverbote in der Ostsee pocht Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) auf eine Beibehaltung der Ausnahmen für deutsche Küstenfischer. Ein vollständiges Fangverbot für Hering würde wahrscheinlich viele die Existenz kosten, sagte Rainer beim Treffen der EU-Agrarminister am Montag in Luxemburg. Derzeit dürfen kleine Ostsee-Betriebe noch Hering fischen, obwohl der Bestand stark bedroht ist.

Minister Schneider schaltet sich in Verhandlungen bei UN-Biodiversitätskonferenz ein

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) schaltet sich ab Montag in Eriwan in die Verhandlungen bei der UN-Biodiversitätskonferenz ein. Schneider bleibt nach Angaben seines Ministeriums bis Freitag in der armenischen Hauptstadt, um die deutsche Delegation bei der Weltnaturkonferenz bis zum Schluss zu leiten. Bei der Ankündigung von Schneiders Reise verglich sein Ministerium die Bedeutung der Verhandlungen zum weltweiten Schutz der biologischen Vielfalt mit derjenigen der UN-Klimakonferenzen zur Bekämpfung der Erderwärmung.

Deutscher Umweltpreis für Ingenieur und Juristin

Der Deutsche Umweltpreis geht in diesem Jahr an den Membranfilter-Ingenieur Klaus Vossenkaul und die Umweltjuristin Roda Verheyen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird den beiden die mit insgesamt 500.000 Euro dotierte Auszeichnung am Mittag in Aachen überreichen, wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Sonntag mitteilte. Vossenkaul wird demnach für "innovative Lösungen" in der Abwasserreinigung ausgezeichnet, Verheyen für ihren juristischen Einsatz für den Klima- und Umweltschutz.

Textgröße ändern: