Deutsche Tageszeitung - Frankreich und Schweiz einigen sich auf Wasserabkommen über Genfer See und Rhône

Frankreich und Schweiz einigen sich auf Wasserabkommen über Genfer See und Rhône


Frankreich und Schweiz einigen sich auf Wasserabkommen über Genfer See und Rhône
Frankreich und Schweiz einigen sich auf Wasserabkommen über Genfer See und Rhône / Foto: © AFP

Frankreich und die Schweiz haben zwei Abkommen zur Regelung ihrer grenzüberschreitenden Gewässer unterzeichnet. Die Einigung über den Genfer See und dessen Zufluss Rhône ebne den Weg für "französisch-schweizerische Einheiten des Krisenmanagements" angesichts zunehmender Klimawandel-Folgen, erklärte der französische Außenhandelsminister Laurent Saint-Martin am Donnerstag bei der Unterzeichnung in Genf. Sobald der Wasserstand bestimmte Schwellenwerte erreiche, könne ein Krisenplan in Kraft gesetzt werden.

Textgröße ändern:

Der Fluss Rhône entspringt einem Schweizer Alpengletscher. Er fließt in den Genfer See, verlässt diesen an seinem westlichen Ende und mündet schließlich im Nachbarland Frankreich.

"Mit dem allmählichen Verschwinden der Gletscher wird die Rhône zunehmend von Regenwasser abhängig sein", fügte Saint-Martin hinzu. Dies werde zu einer größeren "Unberechenbarkeit" des Flusslaufs führen und das Risiko von Überschwemmungen und niedrigen Wasserständen erhöhen.

Am westlichen Ende des Sees reguliert der Schweizer Kanton Genf über einen Staudamm an der Rhône den Seezufluss. Nach einer schweren Dürre 2012 hatte Frankreich die benachbarte Schweiz dazu aufgefordert, einen Rahmenvertrag für eine integrierte Wasserbewirtschaftung zwischen den beiden Ländern zu entwickeln. Mehr als ein Jahrzehnt später erklärte sich die Schweiz verhandlungsbereit - was in den beiden am Donnerstag unterzeichneten Abkommen gipfelte.

Die nun vereinbarte Zusammenarbeit bei den grenzüberschreitenden Gewässern soll zudem durch eine bilaterale Kommission koordiniert werden, deren Vorsitz abwechselnd von Genf und Paris wahrgenommen werde.

Als größter natürlicher See Westeuropas wird der Genfer See nicht nur für Fischerei, Landwirtschaft und als Trinkwasserreservoir genutzt, sondern spielt auch für den Tourismus und zur Kühlung französischer Kernreaktoren eine entscheidende Rolle.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Städtetag fordert Aufwertung des Hitzeschutzes in Kommunen

Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen fordert der Deutsche Städtetag eine Aufwertung des Hitzeschutzes in den Kommunen. Derzeit seien dies lediglich freiwillige Aufgaben, die "nur aus den Geldern bezahlt werden, die am Ende überhaupt noch übrig bleiben", sagte der Städtetags-Vizepräsident und Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt (CDU) am Freitag dem RBB-Inforadio. Er warb dafür, den Hitzeschutz zu einer kommunalen Pflichtaufgabe zu machen.

Umweltorganisationen erringen Teilerfolg im Klimaprozess gegen TotalEnergies

Mehrere Umweltorganisationen haben in einem Klimaprozess gegen den Energiekonzern TotalEnergies einen Teilerfolg errungen. Ein Pariser Gericht verpflichtete das Unternehmen am Donnerstag, künftig auch die indirekten CO2-Emissionen in seinen Pflichtbericht zu Umwelt- und Gesundheitsrisiken aufzunehmen. Die Richter verzichteten jedoch darauf, dem Konzern konkrete Maßnahmen zur Reduzierung seines Öl- und Gasgeschäftes aufzuerlegen, wie die Kläger es gefordert hatten.

Hitzewelle in Frankreich: Drei Atomreaktoren abgeschaltet

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich sind inzwischen drei Atomreaktoren abgeschaltet. Betroffen sind die Atomkraftwerke Bugey nahe Lyon an der Rhône, Nogent-sur-Seine westlich von Paris und Golfech im Süden des Landes. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte der Kraftwerkbetreiber EDF am Donnerstag mit. Konkret geht es darum, die Temperatur der durch die Hitzewelle bereits aufgewärmten Flüsse durch das Kühlwasser der Reaktoren nicht noch weiter zu erhöhen.

Bundestag stimmt über "Recht auf Reparatur" auf

Der Bundestag entscheidet am Donnerstag (ab 21.25 Uhr) über ein "Recht auf Reparatur" bei Geräten wie Smartphones, Waschmaschinen und Kühlschränken. Mit dem Gesetzentwurf zur Umsetzung einer EU-Richtlinie "zur Förderung der Reparatur von Waren" will die Bundesregierung erreichen, dass bestimmte Produkte häufiger und einfacher repariert werden. Der Entwurf sieht vor, dass Hersteller künftig verpflichtet werden, bestimmte Produkte mehrere Jahre zu einem angemessenen Preis zu reparieren.

Textgröße ändern: