Deutsche Tageszeitung - Von 60 Ländern ratifiziert: UN-Hochsee-Schutzabkommen tritt im Januar in Kraft

Von 60 Ländern ratifiziert: UN-Hochsee-Schutzabkommen tritt im Januar in Kraft


Von 60 Ländern ratifiziert: UN-Hochsee-Schutzabkommen tritt im Januar in Kraft
Von 60 Ländern ratifiziert: UN-Hochsee-Schutzabkommen tritt im Januar in Kraft / Foto: © AFP/Archiv

Das erste internationale Hochsee-Schutzabkommen tritt im Januar in Kraft: Durch den Beitritt von Marokko und Sierra Leone zu dem UN-Abkommen wurde die erforderliche Zahl von mindestens 60 Ratifizierungen am Freitag erreicht. UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einem "historischen Erfolg". Das Abkommen decke mehr als zwei Drittel der Ozeane ab und lege "verbindliche Regeln zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt der Meere fest".

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Das internationale Abkommen sieht erstmals Schutzgebiete außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszonen einzelner Länder vor. Dies ist von großer Bedeutung, weil sich mehr als 60 Prozent der Meeresgebiete außerhalb solcher ausschließlicher Wirtschaftszonen befinden. Bislang gelten nur für etwa ein Prozent dieser Meeresgebiete Schutzregeln unterschiedlichen Grades.

Das Abkommen sieht außerdem vor, dass Aktivitäten wie der Förderung von Bodenschätzen auf hoher See eine Untersuchung ihrer Umweltfolgen vorausgehen muss.

Die UN-Mitgliedstaaten hatten sich im März 2023 auf das Hochsee-Schutzabkommen geeinigt, nachdem sie mehr als 15 Jahre darum gerungen hatten. Ein halbes Jahr später zählte Deutschland zu den ersten Unterzeichnern, die Ratifizierung steht aber noch aus. Da 60 andere Staaten dies aber inzwischen getan haben, tritt das Abkommen nach Ablauf einer Frist von 120 Tagen in Kraft.

Nach Einschätzung von Lisa Speer von der US-Nichtregierungsorganisation Natural Resources Defense Council wird es aber noch mehr als drei Jahre dauern, bis die ersten Schutzgebiete ausgewiesen werden.

Bis Mitte September hatten mehr als 140 Länder das Abkommen unterzeichnet. Die Chefin der High Seas Alliance, Rebecca Hubbard, erklärte, wünschenswert sei eine "weltweite Ratifizierung des Vertrags, damit er so effektiv wie möglich sein kann".

Diese Aussichten werden jedoch durch die Haltung der USA und Russlands getrübt. Russland lehnt Teile der Vereinbarung ab und hat sie nicht unterzeichnet. Die US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten Joe Biden hat das Abkommen zwar unterzeichnet, doch sein Nachfolger Donald Trump wird es wahrscheinlich nicht ratifizieren.

(I.Beryonev--DTZ)

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