Deutsche Tageszeitung - Öffentliche Ladepunkte für E-Autos: Autoindustrie fordert mehr Tempo beim Ausbau

Öffentliche Ladepunkte für E-Autos: Autoindustrie fordert mehr Tempo beim Ausbau


Öffentliche Ladepunkte für E-Autos: Autoindustrie fordert mehr Tempo beim Ausbau
Öffentliche Ladepunkte für E-Autos: Autoindustrie fordert mehr Tempo beim Ausbau / Foto: © AFP

Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos sieht die Automobilindustrie weiter erheblichen Handlungsbedarf. Das Verhältnis von E-Autos auf deutschen Straßen zu öffentlich zugänglichen Ladepunkten sei im Vorjahresvergleich "nahezu unverändert", teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag mit. Nötig sei deshalb "mehr Tempo" beim Ausbau.

Textgröße ändern:

Der VDA verwies darauf, dass es nach Zahlen der Bundesnetzagentur Anfang Juli 2025 in Deutschland rund 172.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte und laut Kraftfahrt-Bundesamt rund 2,877 Millionen E-Pkw gab. Damit habe sich die Quote von E-Autos je öffentlichem Ladepunkt im Vergleich zum Vorjahresranking des Verbands nur "sehr geringfügig" von 17,3 auf 16,7 verbessert.

Zwar gab es gut 29.000 öffentliche Ladepunkte mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings habe das Ausbautempo abgenommen, kritisierte der VDA. Vom 1. Juli 2023 bis 1. Juli 2024 waren demnach noch gut 45.000 öffentliche Ladepunkte hinzugekommen.

Eine flächendeckende und leistungsfähige Ladeinfrastruktur sei "wesentlicher Schlüsselfaktor, um die Menschen für den Umstieg auf die E-Mobilität zu begeistern", erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Dies mache den Auf- und Ausbau der Ladeinfrastruktur "zu einer der drängendsten Infrastrukturaufgaben für Deutschland", fügte sie hinzu. "Es braucht unbedingt wieder mehr Tempo, denn noch immer gibt es Nachholbedarf und zu viele weiße Ladeflecken auf der Deutschlandkarte."

Wie der VDA weiter mitteilte, gibt es in mehr als drei von zehn Gemeinden (32 Prozent) noch keinen öffentlichen Ladepunkt. Zudem haben demnach rund zwei Drittel aller Gemeinden (65 Prozent) noch keinen öffentlichen Schnellladepunkt installiert.

Auf Länderebene zeigt sich dem VDA zufolge, dass es in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen das beste Verhältnis von E-Pkw zu öffentlichen Ladepunkten gibt. Hier kommen demnach nur 11,7 E-Pkw auf einen öffentlichen Ladepunkt. Unter dem Bundesdurchschnitt von 16,7 liegen in absteigender Reihenfolge hingegen Niedersachsen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Australien: Zyklon sorgt für Ausfälle an drei großen LNG-Anlagen

Der Zyklon "Narelle" vor der Westküste Australiens hat nach Angaben der Energiekonzerne Chevron und Woodside für Ausfälle an drei großen Anlagen für Flüssigerdgas (LNG) gesorgt. "Chevron Australien arbeitet daran, die Produktion in den Gasanlagen Gorgon und Wheatstone nach Produktionsausfällen wiederherzustellen", erklärte der US-Energieriese Chevron am Freitag. Später teilte das australische Energieunternehmen Woodside mit, die LNG-Anlage Karratha sei aufgrund des herrannahenden Zyklons von einer "Produktionsunterbrechung" betroffen.

Hohe Spritpreise: Umwelthilfe schlägt autofreie Sonntage vor

Angesichts der derzeit hohen Spritpreise hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) autofreie Sonntage ins Spiel gebracht. "Autofreier Sonntag, das vermittelt sicher seltene Momente einer ganz neuen Begegnung im Straßenraum, sei es unbeschwertes Flanieren und Radeln im Stadtraum oder Rollschuhlaufen auf der Autobahn", sagte die DUH-Verkehrsexpertin Dorothee Saar der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). "An diesen Sonntagen wird den Menschen auffallen, wie dominant der Straßenverkehr den Alltag prägt, auch durch Lärm und dreckige Luft", fügte Saar hinzu.

WTO-Chefin sieht schlimmste Störungen des globalen Handelssysstems seit 80 Jahren

Das globale Handelssystem ist nach Einschätzung von WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala derzeit mit den schwersten Turbulenzen seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert. "Das Welthandelssystem erlebt die schlimmsten Störungen seit 80 Jahren", sagte die Chefin der Welthandelsorganisation (WTO) am Donnerstag auf der Ministerkonferenz der Organisation in Kameruns Hauptstadt Jaunde.

Klimaschutzprogramm soll CO2-Ausstoß verringern - Umwelthilfe kündigt Klimaklage an

Energie-Wende für Industrie und Landwirtschaft, mehr Windkraft und Ausbau der Elektromobilität: Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will die Bundesregierung die deutschen Klimaziele erreichen. Dazu beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch ein neues Klimaschutzprogramm, das Deutschland auch unabhängiger von fossilen Energieträgern machen soll. Umweltverbänden geht das Paket nicht weit genug. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kündigte eine neue Klimaklage an.

Textgröße ändern: