Deutsche Tageszeitung - Dürre im Iran: Regierung plant zeitweise Abschaltung von Wasser in Teheran

Dürre im Iran: Regierung plant zeitweise Abschaltung von Wasser in Teheran


Dürre im Iran: Regierung plant zeitweise Abschaltung von Wasser in Teheran
Dürre im Iran: Regierung plant zeitweise Abschaltung von Wasser in Teheran / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der anhaltenden Dürre im Iran plant die Regierung des Landes drastische Maßnahmen zur Rationierung von Wasser, vor allem in der Hauptstadt Teheran. In der Metropole mit mehr als zehn Millionen Einwohnern seien zeitlich begrenzte Wasserabschaltungen geplant, um den Verbrauch zu begrenzen und "Verschwendung zu vermeiden", sagte der iranische Energieminister Abbas Ali Abadi am Samstag im Staatsfernsehen. Am Freitag hatte Präsident Massud Peseschkian sogar eine Evakuierung Teherans nicht ausgeschlossen.

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Die Wasserabschaltungen seien notwendig, "auch wenn dies zu Unannehmlichkeiten führen kann", sagte Ali Abadi. Nach Angaben iranischer Medien verbrauchen die Bewohner Teherans etwa drei Millionen Kubikmeter Wasser pro Tag. Demnach war in den vergangenen Monaten bereits in einigen Stadtteilen Teherans die Wasserversorgung unterbrochen worden, um Wasser zu sparen.

Selbst im Falle einer Trinkwasserrationierung drohe der Hauptstadt jedoch "das Wasser auszugehen", hatte Peseschkian am Tag zuvor im Staatsfernsehen gesagt. Wenn es bis zum Jahresende nicht regne, "dann müssten wir Teheran evakuieren", fügte er hinzu. Wie eine Evakuierung der Millionenstadt ablaufen könnte, sagte er nicht.

Das iranische Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen von mehreren Staudämmen, insbesondere in Isfahan im Zentrum des Landes und in Täbris im Nordwesten, wo die Stauseen deutlich weniger Wasser führten als in den Vorjahren. Im Stauwerk Amir Kabir, einem von fünf, die für die Wasserversorgung von Teheran zuständig sind, befinden sich derzeit laut dem Leiter der Wasserwerke der Stadt, Behsad Parsa, 14 Millionen Kubikmeter Wasser. Im Vorjahr waren es zum jetzigen Zeitpunkt rund 86 Millionen Kubikmeter Wasser gewesen.

Im gesamten Iran hat es in diesem Jahr zu wenig geregnet. 15 der 31 iranischen Provinzen haben der iranischen Nachrichtenagentur Isna zufolge seit Oktober überhaupt keinen Regen mehr gesehen. Besonders betroffen ist Teheran. Nach Angaben des regionalen Wasserversorgers enthält der Hauptwasserspeicher zur Versorgung der Stadt nur noch Wasser für zwei Wochen.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim fielen im Iran in diesem Jahr bisher nur 152 Liter Regen pro Quadratmeter, 40 Prozent weniger als im Durchschnitt üblich. Im Oktober sprach ein örtlicher Vertreter von einem Niederschlagsstand in Teheran, der "seit einem Jahrhundert nahezu beispiellos" sei.

Auch anderswo im Iran wurden Pläne gegen die Wassernot in Angriff genommen. Im nordöstlichen Maschhad, der zweitgrößten Stadt des Iran, würden "nächtliche Wasserabschaltungen" in Betracht gezogen, sagte Vizegouverneur Hassan Hosseini.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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