Deutsche Tageszeitung - UN-Klimakonferenz: Zusammenstoß zwischen indigenen Demonstranten und Sicherheitskräften

UN-Klimakonferenz: Zusammenstoß zwischen indigenen Demonstranten und Sicherheitskräften


UN-Klimakonferenz: Zusammenstoß zwischen indigenen Demonstranten und Sicherheitskräften
UN-Klimakonferenz: Zusammenstoß zwischen indigenen Demonstranten und Sicherheitskräften / Foto: © AFP

Bei der UN-Klimakonferenz im brasilianischen Belém ist es zu einer Konfrontation zwischen dutzenden indigenen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Zwei Mitglieder der Sicherheitskräfte seien leicht verletzt worden, sagte ein UN-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag (Ortszeit). Zudem gebe es kleinere Schäden am Veranstaltungsort. Es seien zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen worden, um das Konferenzzentrum abzusichern.

Textgröße ändern:

Indigene Demonstranten und ihre Unterstützer hatten am Abend einen Marsch für Klima und Gesundheit beendet und vor dem Eingang des Veranstaltungsortes der COP30 getanzt. Anschließend durchbrachen Protestierende Sicherheitsbarrieren am Haupteingang zur Konferenzhalle. Sie wurden dann von Sicherheitskräften zurückgedrängt, wogegen sich einige der Protestierenden wehrten.

Im Anschluss verbarrikadierten die Sicherheitskräfte die Eingänge zur "Blauen Zone", dem Kernbereich der Klimakonferenz, mit Tischen und Möbeln. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP sah, wie ein Polizist in einem Rollstuhl weggebracht wurde.

Die brasilianischen und die UN-Behörden untersuchten den Vorfall. Für die Sicherheit innerhalb des Veranstaltungsortes sind die Vereinten Nationen zuständig, außerhalb des Geländes die örtlichen Behörden.

Die UN-Sicherheitskräfte forderten die noch Anwesenden am Abend auf, das Gelände zu verlassen. Der UN-Sprecher sagte dann, dass der Veranstaltungsort inzwischen vollständig gesichert sei und die Verhandlungen fortgesetzt würden.

Die Demonstrantin Maria Clara von der Vereinigung Rede Sustentabilidade Bahia sagte AFP, dass die Protestteilnehmer auf die Situation der indigenen Völker aufmerksam machen wollten. "Diese Stimmen werden ignoriert", kritisierte sie.

Die Klimaexpertin von Brot für die Welt, Sabine Minninger, sagte AFP, dass sich alle Konferenzteilnehmer wie auch die UN-Sicherheitskräfte an den Verhaltenskodex der Klimarahmenkonvention halten müssten - "egal, wie gerechtfertigt ein Anliegen erscheinen mag". Der Kodex verpflichte die Teilnehmer zum Verzicht auf Diskriminierung, Beleidigung und Gewalt.

Zugleich betonte Minninger, dass die Räume für zivilgesellschaftlichen Protest bei den Klimakonferenzen "sehr begrenzt" seien. Das UN-Klimasekretariat reagiere "oftmals sehr sensibel, selbst bei friedlichem Protest".

Am Mittwoch sollten in Belém Protestzüge von Indigenen mit fast 200 Booten von weiteren Demonstranten zusammentreffen. Der brasilianische Indigenen-Anführer Raoni Metuktire wollte dazu bei einer Pressekonferenz sprechen. Die Klimakonferenz COP30 findet bis zum 21. November in der nordbrasilianischen Stadt Belém an der Amazonasmündung statt.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Umweltorganisationen erringen Teilerfolg im Klimaprozess gegen TotalEnergies

Mehrere Umweltorganisationen haben in einem Klimaprozess gegen den Energiekonzern TotalEnergies einen Teilerfolg errungen. Ein Pariser Gericht verpflichtete das Unternehmen am Donnerstag, künftig auch die indirekten CO2-Emissionen in seinen Pflichtbericht zu Umwelt- und Gesundheitsrisiken aufzunehmen. Die Richter verzichteten jedoch darauf, dem Konzern konkrete Maßnahmen zur Reduzierung seines Öl- und Gasgeschäftes aufzuerlegen, wie die Kläger es gefordert hatten.

Hitzewelle in Frankreich: Drei Atomreaktoren abgeschaltet

Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich sind inzwischen drei Atomreaktoren abgeschaltet. Betroffen sind die Atomkraftwerke Bugey nahe Lyon an der Rhône, Nogent-sur-Seine westlich von Paris und Golfech im Süden des Landes. Grund seien "Umweltbedingungen", teilte der Kraftwerkbetreiber EDF am Donnerstag mit. Konkret geht es darum, die Temperatur der durch die Hitzewelle bereits aufgewärmten Flüsse durch das Kühlwasser der Reaktoren nicht noch weiter zu erhöhen.

Bundestag stimmt über "Recht auf Reparatur" auf

Der Bundestag entscheidet am Donnerstag (ab 21.25 Uhr) über ein "Recht auf Reparatur" bei Geräten wie Smartphones, Waschmaschinen und Kühlschränken. Mit dem Gesetzentwurf zur Umsetzung einer EU-Richtlinie "zur Förderung der Reparatur von Waren" will die Bundesregierung erreichen, dass bestimmte Produkte häufiger und einfacher repariert werden. Der Entwurf sieht vor, dass Hersteller künftig verpflichtet werden, bestimmte Produkte mehrere Jahre zu einem angemessenen Preis zu reparieren.

„Effektive Lösungen für den Hitzeschutz müssen nur abgerufen werden!“

Aktueller DUH-Hitze-Check.

Textgröße ändern: