Deutsche Tageszeitung - Verhandlungskreise: Australien mit Türkei als Ort der nächsten UN-Klimakonferenz einverstanden

Verhandlungskreise: Australien mit Türkei als Ort der nächsten UN-Klimakonferenz einverstanden


Verhandlungskreise: Australien mit Türkei als Ort der nächsten UN-Klimakonferenz einverstanden
Verhandlungskreise: Australien mit Türkei als Ort der nächsten UN-Klimakonferenz einverstanden / Foto: © AFP

Im seit Monaten geführten Streit um den Ausrichtungsort der nächsten UN-Klimakonferenz (COP31) hat Australien der Türkei den Vortritt gelassen. Australien ist einverstanden, dass die Konferenz im kommenden Jahr in der Türkei stattfindet, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch von mehreren Quellen in Verhandlungskreisen in Belém erfuhr. Es würden aber weiter Gespräche darüber geführt, die COP31-Präsidentschaft zwischen den beiden Ländern im Vorfeld und während der Konferenz aufzuteilen.

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Die UN-Klimakonferenzen werden turnusmäßig von fünf regionalen Blöcken organisiert. Diese müssen das Gastgeberland jeweils einstimmig auswählen. Turnusgemäß ist im kommenden Jahr die Gruppe der westeuropäischen und anderer westlicher Staaten an der Reihe. Dazu gehören zwei Dutzend Länder, die meisten in Europa. Aber auch die Türkei, Australien, Kanada und einige weitere Staaten zählen dazu.

Der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth, der die Sitzung der Gruppe in Belém leitete, sagte, es gebe in der Gruppe keine grundsätzlichen Bedenken gegen diesen Kompromiss. Es sei "außergewöhnlich, dass zwei Länder von sehr unterschiedlichen Enden der Erde, die aber in einer Gruppe sind, eine Einigung erzielen", hob er hervor.

Flasbarth sprach von einer "innovativen" Lösung. Und weil sie so ungewöhnlich sei, bräuchten die Mitglieder der Gruppe noch mehr Informationen, was genau sie beinhalte. Wenn diese Informationen schriftlich vorlägen, werde er ein weiteres Treffen einberufen - "und dann werden wir sehr schnell entscheiden", fügte Flasbarth hinzu.

Die Entscheidung über den nächsten Ausrichtungsort der COP21 muss bis Freitag gefällt sein. Hätten sich die Türkei und Australien nicht einigen können, hätte die COP31 automatisch in Bonn stattgefunden, dem Sitz des UN-Klimasekretariats. Diese Lösung wegen eines fehlenden Konsenses wäre ein beispielloser Vorgang gewesen.

(B.Izyumov--DTZ)

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