Deutsche Tageszeitung - China bewirbt sich als Sitz für Sekretariat des neuen UN-Hochseeschutzabkommens

China bewirbt sich als Sitz für Sekretariat des neuen UN-Hochseeschutzabkommens


China bewirbt sich als Sitz für Sekretariat des neuen UN-Hochseeschutzabkommens
China bewirbt sich als Sitz für Sekretariat des neuen UN-Hochseeschutzabkommens / Foto: © AFP/Archiv

Kurz vor Inkrafttreten des UN-Hochseeschutzabkommens hat China überraschend sein Interesse angemeldet, das Sekretariat für das neue UN-Abkommen zu beherbergen. China habe entschieden, eine Kandidatur für die Hafenstadt Xiamen im Südosten der Volksrepublik als Sekretariatssitz einzureichen, erklärte Chinas Ständige Vertretung bei den Vereinten Nationen am Freitag in einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres, den die Nachrichtenagentur AFP einsehen konnte.

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Damit unterstreicht Peking seinen Willen, in der internationalen Umweltpolitik eine wichtigere Rolle zu spielen. Vor dem Inkrafttreten des Schutzabkommens am Samstag hatten bislang nur Belgien und Chile ihr Interesse angemeldet, Sitz des Sekretariats zu werden. Die Entscheidung soll dieses Jahr fallen.

Li Shuo, Umwelt-Experte bei der in Washington ansässigen Nichtregierungsorganisation Asia Society, sprach von einem "bemerkenswerten Schritt" Chinas nur einige Tage nachdem US-Präsident Donald Trump den Ausstieg seines Landes aus der UN-Klimarahmenkonvention und Dutzenden anderen internationalen Abkommen und Organisationen verfügt hatte.

Nach jahrelangen Verhandlungen hatte sich die internationale Gemeinschaft 2023 auf das Hochseeschutzabkommen geeinigt. Nachdem es von genügend Staaten ratifiziert wurde, tritt es am Samstag in Kraft. Deutschland gehörte zwar zu den ersten Unterzeichnern des Abkommens, hat den Ratifizierungsprozess aber noch nicht abgeschlossen.

Das UN-Abkommen sieht erstmals Schutzgebiete außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszonen einzelner Länder vor. Dies ist wichtig, weil sich mehr als 60 Prozent der Meeresgebiete außerhalb solcher Zonen und damit jenseits der nationalen Einflusssphären und Rechtsprechungen befinden. Außerdem regelt die Vereinbarung, dass Aktivitäten wie der Förderung von Bodenschätzen auf hoher See eine Untersuchung ihrer Umweltfolgen vorausgehen muss.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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