Deutsche Tageszeitung - Studie: Klimawandel trug zu Unwettern in Spanien, Portugal und Marokko bei

Studie: Klimawandel trug zu Unwettern in Spanien, Portugal und Marokko bei


Studie: Klimawandel trug zu Unwettern in Spanien, Portugal und Marokko bei
Studie: Klimawandel trug zu Unwettern in Spanien, Portugal und Marokko bei / Foto: © AFP/Archiv

Der menschengemachte Klimawandel hat laut einer Studie die Bedingungen verstärkt, die Anfang des Jahres zu den schweren Unwettern in Spanien, Portugal und Marokko geführt haben. Wie die internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) am Donnerstag erklärte, trägt die globale Erwärmung dazu bei, dass in der Region an besonders regenreichen Tagen rund ein Drittel mehr Niederschlag fällt als im vorindustriellen Zeitalter.

Textgröße ändern:

Bei einer Serie von neun schweren Unwettern waren auf der Iberischen Halbinsel und in Marokko zwischen dem 16. Januar und dem 17. Februar mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 20.000 Menschen mussten wegen Starkregen und Überschwemmungen ihre Häuser und Wohnungen verlassen, die allermeisten in Marokko.

Im südspanischen Grazalema, einem der am stärksten betroffenen Orte in Spanien, fiel der Studie zufolge innerhalb weniger Tagen so viel Regen wie sonst in einem ganzen Jahr. Solche unfassbaren Regenmassen seien für Infrastruktur und Böden ein "massives" Problem, sagte David García-García, Klimaforscher an der Universität Alicante und Mitautor der Studie.

Die WWA-Forscher haben errechnet, dass die Niederschlagsintensität im Norden Portugals und im Nordwesten Spaniens mittlerweile rund elf Prozent höher ist als in der vorindustriellen Zeit. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Niederschläge im Süden der Iberischen Halbinsel und im Norden Marokkos konnten sie dagegen nicht genau quantifizieren, weil die verfügbaren Daten regionale Unterschiede aufwiesen.

"Genau so sieht der Klimawandel aus: Wettermuster, die früher besser zu bewältigen waren, werden jetzt zu gefährlicheren Katastrophen", erklärte Friederike Otto, Klimawissenschaftlerin am Imperial College London, die ebenfalls an der Studie beteiligt war.

Konkret lenkte der Studie zufolge ein über Skandinavien und Grönland "festhängendes" Hochdruckgebiet ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen nach Westeuropa, was in Spanien, Portugal und Marokko zu überdurchschnittlichen Regenmengen führte. Eine zentrale Rolle spielte dabei auch der ungewöhnlich warme Atlantik: Wärmere Meere geben durch Verdunstung mehr Feuchtigkeit in die Atmosphäre ab, was zu Stark- und Dauerregen führen kann.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Städtetag: Wir brauchen "Milliardensummen" für Schutz gegen die Hitze

Angesichts der erneuten Hitzewelle in Deutschland hat der Deutsche Städtetag Bund und Länder aufgefordert, Klimaanpassungsmaßnahmen der Kommunen stärker finanziell zu unterstützen. Klimaanpassung sei "existenziell für unsere Zukunft", sagte Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstagsausgaben). Für die Städte sei dies eine Daueraufgabe für Jahrzehnte. "Unterm Strich reden wir da über Milliardensummen bundesweit, die investiert werden müssen."

Schwere Waldbrände in Griechenland und in der Türkei - Mehrere Tote

Nach Frankreich und Spanien sind auch Griechenland und die Türkei von schweren Waldbränden getroffen worden. Auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta starben am Mittwoch zwei Feuerwehrleute beim Kampf gegen die Flammen, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein weiterer Feuerwehrmann wurde in der Nähe des Hafens Gytheio auf der Halbinsel Peloponnes leblos aufgefunden, die genaue Todesursache war zunächst aber unklar.

Waldbrände in Spanien: Regierung hebt Evakuierungsanordnungen für 13 Gemeinden auf

Gutes Zeichen im Kampf gegen die schweren Waldbrände in Spanien: Die Behörden haben die Evakuierungsanordnungen für 13 Gemeinden in den Regionen Madrid und Kastilien und León aufgehoben. Die Aufhebung sollte am Dienstag um 17.00 Uhr Ortszeit in Kraft treten, wie das spanische Innenministerium erklärte. Die Bewohner könnten nun damit beginnen, in ihre Häuser zurückzukehren.

Kampf gegen Waldbrände: Spanischer Innenminister spricht von "positiver Nacht"

Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände, die westlich von Madrid wüten, hat Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska von einer "positiven Nacht" gesprochen. "Dank des enormen Einsatzes der Helfer" konnten Fortschritte bei der Bekämpfung des Feuers erzielt werden, sagte Grande-Marlaska am Dienstag in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Dennoch befänden sich die Arbeiten zur Brandbekämpfung "in einer kritischen Phase".

Textgröße ändern: