Deutsche Tageszeitung - Brasiliens Indigenen-Anführer Raoni nach einem Monat aus Krankenhaus entlassen

Brasiliens Indigenen-Anführer Raoni nach einem Monat aus Krankenhaus entlassen


Brasiliens Indigenen-Anführer Raoni nach einem Monat aus Krankenhaus entlassen
Brasiliens Indigenen-Anführer Raoni nach einem Monat aus Krankenhaus entlassen / Foto: © AFP

Seine schwere Erkrankung vor einem Monat hatte Umweltschützer in aller Welt beunruhigt - nun ist der brasilianische Indigenen-Anführer Raoni Metuktire wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Metuktire habe die Klinik am Morgen verlassen können, teilte das Universitätskrankenhaus von São Paulo am Mittwoch mit. Das über 90-jährige Oberhaupt des Kayapo-Volkes gilt als das "Gesicht" des Kampfes für den Erhalt des Amazonas-Regenwaldes.

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Metuktire ist bereits seit einigen Monaten gesundheitlich angeschlagen. Mitte Juni wurde er dann schwer erkrankt in ein Krankenhaus in der Amazonasregion eingeliefert. Fünf Tage später musste er in die Uni-Klinik in São Paulo verlegt werden, nachdem er einen Verschluss des oberen Darmtrakts sowie eine Lungenentzündung erlitten hatte.

Wie sein Enkel Roiti Metuktire der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, kehrte der Indigenen-Anführer nun nach Peixoto de Azevedo zurück. Dies ist die nächstgelegene größere Stadt zu dem indigenen Gebiet, in dem er eigentlich lebt.

Raoni Metuktire gibt sein Alter selbst nicht an, nach Angaben seiner Ärzte ist er mindestens 94 Jahre alt. Seit Jahrzehnten kämpft er weltweit gegen die Abholzung des Regenwaldes und für den Erhalt der Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung. Weltweit bekannt wurde er auch dadurch, dass er an seiner Unterlippe eine große hölzerne Platte trägt.

Bekanntheit erlangte der das Kayapo-Oberhaupt erstmals in den 1970er Jahren. Damals setzte er sich während der brasilianischen Militärdiktatur (1964-1985) gegen den Bau einer Fernstraße durch den Amazonas ein. Im Jahr 1989 traf Raoni im Amazonas-Regenwald den britischen Popstar Sting.

Die Begegnung war der Auftakt für weitere internationale Treffen, darunter mit Staats- und Regierungschefs, Monarchen und Päpsten. Seitdem reiste Raoni immer wieder um die Welt, um auf die Belange der indigenen Völker und die Auswirkungen des Klimawandels auf den Regenwald aufmerksam zu machen. Das letzte internationale Treffen, an dem der Indigenen-Anführer teilnahm, war die UN-Klimakonferenz COP30 im vergangenen November in seiner Heimat Brasilien.

(P.Hansen--DTZ)

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