Deutsche Tageszeitung - Reiche gehen Lockerungen der EU-Regeln für Gas- und Ölimporte nicht weit genug

Reiche gehen Lockerungen der EU-Regeln für Gas- und Ölimporte nicht weit genug


Reiche gehen Lockerungen der EU-Regeln für Gas- und Ölimporte nicht weit genug
Reiche gehen Lockerungen der EU-Regeln für Gas- und Ölimporte nicht weit genug / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Die von der EU-Kommission geplanten Lockerungen der europäischen Regeln für Gas- und Ölimporte gehen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) noch nicht weit genug. "Die jetzt vorgeschlagene Lösung überzeugt nicht", erklärte Reiche am Dienstag in Berlin. Sie kritisierte, dass die EU an den rechtlichen Vorgaben der sogenannten Methanverordnung festhalten und lediglich auf Bußgelder bei Verstößen zunächst verzichten wolle.

Textgröße ändern:

Konkret werde den Mitgliedstaaten empfohlen, Verstöße in den Jahren 2027 bis 2029 nicht zu sanktionieren. "Damit bleiben die Verpflichtungen bestehen - und mit ihnen das rechtliche Risiko für die Unternehmen", erklärte Reiche. Die Regeln der Methanverordnung könnten damit jedoch "zu erheblicher Rechtsunsicherheit führen" und "in der gegenwärtigen Lage auch die Versorgungssicherheit beeinträchtigen".

Reiche forderte, "die betreffenden Importregelungen der Methanverordnung um drei Jahre zu verschieben". Die Ministerin räumte zwar ein, dass "die Methanverordnung grundsätzlich ein wichtiges Instrument für den Klimaschutz im Energiesektor" sei. "Ihre Vorgaben müssen aber praktisch erfüllbar, rechtssicher und mit unserer Versorgungssicherheit vereinbar sein", erklärte sie weiter. Dies sei noch nicht der Fall. Reiche verwies dabei auch auf den Iran-Krieg und einen verschärften internationalen Wettbewerb um Lieferungen von Flüssiggas.

Die EU-Methanverordnung soll verhindern, dass klimaschädlich geförderte fossile Brennstoffe nach Europa eingeführt werden. Bei der Gas- und Ölförderung wird häufig das Treibhausgas Methan freigesetzt. Gemäß der Verordnung müssen Unternehmen seit August 2024 entlang der Lieferkette auf die Methanemissionen achten.

Die Verordnung ist Teil der Bemühungen der EU, die Treibhausgasemissionen der Mitgliedstaaten bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken. Ab 2027 sollen Verschärfungen der Importregeln wirksam werden. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat eine Verschiebung der Vorgaben bisher abgelehnt.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Great Barrier Reef: Wissenschaftler warnen vor "Kollaps des Ökosystems"

Dem Great Barrier Reef in Australien drohen nach Einschätzung von Wissenschaftlern unter dem Einfluss des diesjährigen Klimaphänomens El Niño eine extreme und weitflächige Korallenbleiche und ein "Kollaps des Ökosystems". Der "extreme El Niño" stelle ein erhebliches Problem dar, warnte am Dienstag Morgan Pratchett, Meeresschutz-Experte von der James Cook University in Queensland, bei dem Internationalen Korallenriff-Symposium im neuseeländischen Auckland.

Bundespräsident Steinmeier empfängt aserbaidschanischen Präsidenten Alijew

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag seinen Amtskollegen aus Aserbaidschan, Ilham Alijew, zu einem Gespräch empfangen. Anschließend will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Alijew über Energie- und Rohstofffragen und den Friedensprozess mit Armenien beraten. Geplant ist auch die Unterzeichnung eines Vertrags, dessen Inhalt noch bekanntgegeben werden soll. Alijew sollte gegen Mittag vor dem Kanzleramt mit militärischen Ehren begrüßt werden.

Waldbrände im Amazonas-Regenwald 2025 auf tiefstem Stand seit Jahrzehnten

Die Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet sind 2025 auf ein historisches Tief zurückgegangen. Insgesamt brannten gut drei Millionen Hektar ab, die bislang kleinste Fläche seit Beginn der Aufzeichnungen 1983, wie das Überwachungsnetzwerk MapBiomas am Dienstag mitteilte. Im Vorjahr waren knapp 16 Millionen Hektar abgebrannt, das war der bisherige Höchststand.

Brüssel schlägt Lockerungen für EU-Regeln für Gas- und Ölimporte vor

Die EU-Kommission hat den 27 EU-Ländern vorgeschlagen, bei der für Januar 2027 vorgesehen Verschärfung der Importregeln für Öl und Gas vorerst auf Bußgelder zu verzichten. "Den Mitgliedstaaten wird empfohlen, Sanktionen wegen Nichteinhaltung für drei Jahre auszusetzen, um Versorgungsunterbrechungen zu vermeiden", erklärte die Brüsseler Behörde am Montag. Die sogenannte Methanverordnung soll verhindern, dass klimaschädlich geförderte fossile Brennstoffe nach Europa eingeführt werden.

Textgröße ändern: