Deutsche Tageszeitung - Waldbrand im belgischen Hohen Venn breitet sich aus - Löscharbeiten in weiteren Ländern

Waldbrand im belgischen Hohen Venn breitet sich aus - Löscharbeiten in weiteren Ländern


Waldbrand im belgischen Hohen Venn breitet sich aus - Löscharbeiten in weiteren Ländern
Waldbrand im belgischen Hohen Venn breitet sich aus - Löscharbeiten in weiteren Ländern / Foto: © BELGA/AFP

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze breitet sich ein Waldbrand rasch aus. Die Flammen verwüsteten nach Behördenangaben bis zum frühen Samstagnachmittag mindestens 1600 Hektar Wald - rund 50 Kilometer entfernt vom Waldbrandgebiet in der deutschen Eifel bei Hürtgenwald. Die Löscharbeiten dauerten an, ebenso wie im Südwesten Frankreichs und auf dem Balkan.

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Das Feuer in Belgien war am Freitagnachmittag in dem Waldgebiet nahe der deutschen Gemeinde Monschau ausgebrochen und breitete sich in der Nacht und am Vormittag rasch aus. Ein AFP-Journalist sah in der nahegelegenen Stadt Eupen, wie in der Ferne Rauch aufstieg und den Himmel gelb färbte.

Die Behörden riefen bislang noch nicht offiziell zu Evakuierungen auf. Dörfer wie Surbrot, mit dem Auto etwa eine Viertelstunde von der deutschen Grenze entfernt, könnten am Samstag aber evakuiert werden. "Es besteht die Gefahr, dass die Flammen die Wohngebäude erreichen, aber wir tun alles, um sie zu schützen", sagte ein Behördensprecher der AFP.

Verstärkung aus ganz Belgien sowie aus Deutschland wurde mobilisiert. EU-Krisenkommissarin Hadja Lahbib erklärte im Onlinedienst X, außerdem seien zwei Hubschrauber aus den Niederlanden, ein weiterer aus Tschechien sowie zwei Löschflugzeuge aus Schweden auf dem Weg nach Belgien.

Auf der anderen Seite der Grenze breitete sich der Waldbrand in der nordrhein-westfälischen Eifel über Nacht nicht weiter aus. 1400 Einsatzkräfte kämpften unter anderem mit Löschhubschraubern gegen den bislang größten und folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland. Der am Freitag geräumte Ortsteil Gey blieb aus Sicherheitsgründen vorerst geräumt.

Im Südwesten Frankreichs war am Donnerstag in einem trockenen Kiefernwald ein neues Feuer ausgebrochen, das seitdem mindestens 1580 Hektar Land verwüstete. Die Einsatzkräfte konnten die Flammen am Freitag zunächst ausbremsen, in der Nacht zum Samstag flammten sie aber wieder auf. Insgesamt 650 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Rund 500 Feuerwehrleute und vier Löschflugzeuge waren in der Nähe des Dorfes Luglon im Einsatz, knapp hundert Kilometer südlich der Stadt Bordeaux. Ende Juli hatte ein riesiger Brand in der Nähe der Stadt mehr als 40.000 Hektar Land zerstört, rund 220.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Einsatzkräfte rechnen damit, dass sie das Waldbrandgebiet nun über Wochen und Monate beobachten müssen, um wieder aufflammende Glutnester rechtzeitig zu entdecken.

In Spanien wüteten die Flammen in der Region Aragonien weiter, der dortige Waldbrand hat inzwischen 15.000 Hektar Vegetation verwüstet. Die Feuerwehrleute haben die Flammen nach eigenen Angaben aber ausgebremst, sodass sie sich vorerst nicht weiter auf Wohngebiete und zwei alte Klöster zubewegen. 18 Dörfer blieben am Samstag evakuiert.

In Kroatien brachten Feuerwehrleute zwei größere Brände unter Kontrolle. Auf der Insel Dugi kämpften sie mit zwei Löschflugzeugen die ganze Nacht lang gegen die Flammen in einem Kiefernwald, die auf zahlreiche Wohngebiete zu rückten. Drei Löschflugzeuge waren am Freitag über den Oliven- und Weinbergen der Halbinsel Peljesac im Einsatz.

Die Behörden ermitteln unterdessen die Ursache für einen schweren Brand in der Region Omis im Süden der Stadt Split. Dort war in der Nacht zum Freitag ein Mensch in den Flammen ums Leben gekommen. Rund 40 weitere Menschen wurden verletzt, zehn von ihnen mussten auf der Intensivstation behandelt werden. Einige Anwohner vermuteten eine "kriminelle Ursache" hinter dem Brand.

Im Nachbarland Serbien zählten die Behörden am Samstag 25 aktive Brände. Der größte hat sich in den vergangenen Tagen auf eine Fläche von 2500 Hektar ausgebreitet. Im Naturschutzgebiet der Banater Sandwüste rund 50 Kilometer westlich der Hauptstadt Belgrad kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.

Auch in Griechenland blieb die Waldbrandgefahr wegen heftiger Windböen hoch. In den vergangenen 24 Stunden brachen im gesamten Land mehr als 50 Brände aus, die meisten von ihnen konnten nach Angaben der Feuerwehr rasch gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden.

Mehrere Hitzewellen haben in den vergangenen Wochen und Monaten in ganz Europa die Wälder und Böden ausgetrocknet, sodass die Waldbrandgefahr fast überall hoch ist. In Teilen Europas soll es in den kommenden Tagen aber vorerst abkühlen. Die Hitzewellen und Dürren werden durch den menschengemachten Klimawandel häufiger und intensiver.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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