Deutsche Tageszeitung - UN-Klimagipfel: Möglicherweise entscheidende Vorverhandlungen auf Fidschi-Inseln

UN-Klimagipfel: Möglicherweise entscheidende Vorverhandlungen auf Fidschi-Inseln


UN-Klimagipfel: Möglicherweise entscheidende Vorverhandlungen auf Fidschi-Inseln

Einen Monat vor dem UN-Klimagipfel in der Türkei haben auf den Fidschi-Inseln die möglicherweise entscheidenden Vorverhandlungen begonnen. Fidschis Klimaschutzministerin Lynda Tabuya forderte die Industrieländer zum Auftakt der Beratungen in der Stadt Nadi eindringlich auf, einen "gerechten Übergang" zu erneuerbaren Energien zu unterstützen. Der UN-Klimagipfel (COP31) findet im November in Antalya statt, eine Einigung über die wichtigsten Fragen steht bisher noch aus.

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Von den Vorverhandlungen müssten "drei klare Botschaften" ausgehen, sagte Tabuya bei der Eröffnung der Gespräche in Nadi: "Das 1,5-Grad-Ziel muss in Reichweite bleiben." Zudem müssten die Finanzmittel die Gemeinschaften erreichen, "die sie benötigen". Als dritte Forderung nannte sie den Schutz des Ozeans.

Die reichen Industriestaaten müssten den Ländern helfen, die am stärksten von den Folgen der globalen Erwärmung betroffen sind, forderte Tabuya später vor Journalisten. Es müsse "Verpflichtungen seitens der Industrieländer hinsichtlich der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und der Abkehr von fossilen Brennstoffen" geben. Dabei pochte die Klimaschutzministerin von Fidschi auf einen "gerechten Übergang weg von fossilen Brennstoffen".

An den viertägigen Beratungen auf den Fidschi-Inseln wollen auch mehrere Staats- und Regierungschefs der Pazifikregion teilnehmen. Sie wollen die Zusammenkunft nutzen, um auf die Gefahren des Klimawandels für ihre Länder hinzuweisen - vor allem durch den steigenden Meeresspiegel.

Angetrieben durch sich erwärmende Ozeane und schmelzende Gletscher steigt der Meeresspiegel nach UN-Angaben in einem Rekordtempo. Bis 2050 könnten dadurch bis zu 1,2 Milliarden Menschen aus ihren Wohnorten vertrieben werden. Die Pazifikinseln erleben dabei einen Meeresspiegelanstieg, der doppelt so hoch ist wie der globale Durchschnitt, wie aus einem im August veröffentlichten UN-Bericht hervorgeht.

Der UNO zufolge besteht außerdem eine massive Finanzierungslücke: Entwicklungsländer benötigen 310 bis 365 Milliarden Dollar (275 bis 325 Milliarden Euro) für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Im Jahr 2023 standen jedoch nur rund 26 Milliarden Dollar zu Verfügung.

Der diesjährige UN-Klimagipfel (COP31) findet vom 9. bis 20. November in Antalya statt. Er wird von der Türkei gemeinsam mit Australien ausgerichtet - Ko-Präsident des Gipfels ist der australische Klimaschutzminister Chris Bowen. Er zeigte sich am ersten Verhandlungstag in Nadi selbstkritisch und gestand ein, dass Australien als "Exporteur fossiler Brennstoffe" etwas einbringen müsse.

Bei der UN-Klimakonferenz in Brasilien im vergangenen Jahr hatten sich die Teilnehmer nicht auf einen gemeinsamen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien einigen können. Seitdem sind die Verhandlungen über den weltweiten Klimaschutz nicht wirklich vorangekommen.

(A.Nikiforov--DTZ)

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