Deutsche Tageszeitung - WHO alarmiert wegen anhaltender Gesundheitsgefahren durch Blei

WHO alarmiert wegen anhaltender Gesundheitsgefahren durch Blei


WHO alarmiert wegen anhaltender Gesundheitsgefahren durch Blei
WHO alarmiert wegen anhaltender Gesundheitsgefahren durch Blei / Foto: © AFP/Archiv

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Regierungen in aller Welt aufgerufen, stärker gegen Umweltbelastungen durch Blei vorzugehen. "Bleivergiftung gehört zu den schwersten umweltbedingten Gesundheitsgefahren, wird aber zugleich wenig beachtet", sagte Bruce Gordon von der WHO-Umweltabteilung am Donnerstag.

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Blei wird von der WHO zu den zehn gesundheitsschädlichsten Chemikalien der Welt gezählt, ebenso wie etwa Arsen, Asbest, Quecksilber und hochgiftige Pestizide. Schätzungen zufolge verursacht das Schwermetall pro Jahr mehr als 3,5 Millionen Todesfälle.

Etwa 815 Millionen Kinder in aller Welt weisen den Gesundheitsexperten zufolge mindestens fünf Mikrogramm Blei pro Deziliter Blut auf - eine Schwelle, bei deren Erreichen laut WHO-Richtlinien die Ursache für die Bleibelastung ermittelt und beseitigt werden sollte. Schon ein Gehalt von 3,5 Mikrogramm Blei pro Deziliter Blut kann der WHO zufolge zu verminderter Intelligenz, Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwierigkeiten bei Kindern führen.

"Jedes dritte Kind auf der Welt liegt über dem WHO-Grenzwert", warnte Gordon. Für Kinder ist eine Bleibelastung besonders gefährlich, weil sich ihr Gehirn und ihr Nervensystem noch entwickeln und damit extrem anfällig für die giftige Wirkung des Schwermetalls sind. Wenn Blei in den menschlichen Körper gelangt, kann es sich dort auf verschiedene Organe wie die Nieren, das Gehirn und die Leber sowie auf die Knochen ausbreiten.

Gleichzeitig kommt Blei in einer großen Bandbreite von Produkten von Farbe über Kochgeschirr und Kosmetik bis hin zu Gewürzen vor. "Es gibt keinen sicheren Grenzwert für Bleibelastung, und selbst eine relativ geringe Belastung kann unumkehrbare Schäden verursachen", warnte die WHO.

Bis zur nächsten Jahresversammlung der WHO-Mitgliedstaaten im kommenden Mai will die Weltgesundheitsorganisation einen Aktionsplan zum Kampf gegen Gesundheitsgefährdungen durch Blei vorlegen. Es reiche nicht aus, dass die Gefahren bekannt seien, betonte Gordon. Die Länder müssten auch Gesetze beschließen, um die Belastung zurückzudrängen, und diese dann auch durchsetzen.

Laut aktuellen WHO-Daten haben beispielsweise weniger als die Hälfte aller Länder rechtlich bindende Vorschriften für den Bleigehalt in Lacken und Farben. "Die Länder müssen jetzt in die Gänge kommen und Blei aus Produkten und der Umwelt entfernen, bevor es in den Blutkreislauf von Kindern gelangt", forderte der WHO-Experte.

(G.Khurtin--DTZ)

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