Deutsche Tageszeitung - Zunahme intensiver Hitzewellen in zurückliegenden Jahrzehnten

Zunahme intensiver Hitzewellen in zurückliegenden Jahrzehnten


Zunahme intensiver Hitzewellen in zurückliegenden Jahrzehnten
Zunahme intensiver Hitzewellen in zurückliegenden Jahrzehnten / Foto: © AFP/Archiv

Intensive Hitzewellen haben in Deutschland in den zurückliegenden Jahrzehnten zugenommen. 14-tägige Hitzeperioden mit einer mittleren Tageshöchsttemperatur von mindestens 30 Grad Celsius traten zum Beispiel in Hamburg vor 1994 nicht auf, wie es in einem am Mittwoch beim Extremwetterkongress in der hansestadt vorgestellten Papier hieß. Seitdem habe es dort solche Ereignisse allerdings schon siebenmal gegeben.

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Dem Bericht zum Stand der Wissenschaft zu extremen Wetterphänomenen zufolge gibt es seit den 90er Jahren in vielen Regionen eine massive Häufung von Hitzewellen. Dieser Effekt sei eine Folge der globalen Erwärmung und des damit auch in Deutschland erfolgenden deutlichen Temperaturanstiegs. Zudem verdreifachte sich hierzulande seit den 50er-Jahren die Zahl heißer Tage mit einer Lufttemperatur von mindestens 30 Grad - von etwa drei Tagen pro Jahr auf derzeit durchschnittlich neun.

Bei ungebremstem Treibhausgasausstoß werde für den Zeitraum von 2031 bis 2060 eine weitere Zunahme um fünf bis zehn heiße Tage im Jahr in Norddeutschland und zehn bis 20 in Süddeutschland erwartet, hieß es in dem Bericht weiter. Den Experten zufolge traten außerdem neun der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der systematischen, flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881 seit 2000 auf.

In den vergangenen 20 Jahren waren demnach bereits sieben Jahre um mehr als zwei Grad wärmer als die Werte zwischen 1881 und 1910. Vier Jahre lagen sogar über der Zweieinhalbgradmarke. "Eine derart außergewöhnliche Häufung von Rekordjahren der Temperatur ist nur durch die menschengemachte globale Erwärmung erklärbar", schreiben die Autoren des Berichts.

Die Experten sehen weiter einen Trend zu wärmeren Sommern mit längeren Trockenphasen und ein dadurch erhöhtes Risiko von Waldbränden. Das Waldbrandrisiko werde zudem dadurch verschärft, dass die durch Trockenschäden bereits geschwächten Bäume mehr Streu auf dem Waldboden bildeten. Diese könne durch die lichteren Kronen leichter austrocknen und sich somit auch entflammen.

Der Zusammenhang von Klimawandel und Starkniederschlägen ist laut Bericht hingegen weniger klar, sondern "komplex und Gegenstand intensiver Forschung". So veränderte sich von 1951 bis 2021 die Zahl von Tagen mit Starkregen nur unwesentlich. Das Papier wurde vom Extremwetterkongress, der von Mittwoch bis Freitag stattfindet, und dem Deutschen Wetterdienst zusammen herausgegeben.

(P.Hansen--DTZ)

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