Deutsche Tageszeitung - Mindestens 22 Tote durch arktischen Wintersturm in den USA an Weihnachten

Mindestens 22 Tote durch arktischen Wintersturm in den USA an Weihnachten


Mindestens 22 Tote durch arktischen Wintersturm in den USA an Weihnachten
Mindestens 22 Tote durch arktischen Wintersturm in den USA an Weihnachten / Foto: © AFP

"Das ist nicht das Weihnachtsfest, das wir uns gewünscht haben": Der heftige arktische Wintersturm hat die USA am Wochenende mit Schneemassen und eisigem Wind in Atem gehalten. Mindestens 22 Menschen kamen infolge des Sturms ums Leben. Mehr als 200.000 Menschen waren am Sonntag an der Ostküste ohne Strom. Besonders stark betroffen war der Landkreis Erie County im Bundesstaat New York.

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In acht Bundesstaaten kamen nach Behördenangaben mindestens 22 Menschen ums Leben, viele von ihnen bei Verkehrsunfällen wegen Glatteis und schlechter Sicht. Mindestens sieben Menschen starben allein in Erie County durch den Wintersturm, wie Behördensprecher Mark Poloncarz am Sonntagmorgen sagte. Einige seien in ihren Autos erfroren, andere wurden auf der Straße in Schneewehen entdeckt. "Das ist nicht das Weihnachtsfest, das wir uns gewünscht haben", sagte er. Die Stromversorgung werde nicht vor Montag wieder hergestellt sein.

Die Gouverneurin Kathy Hochul entsandte die Nationalgarde in den Landkreis Erie County und in die Stadt Buffalo an der Grenze zu Kanada - nach Angaben der Behörden sind dort die Notdienste angesichts des extremen Schneesturms praktisch zusammengebrochen.

Der Nationale Wetterdienst (NWS) sagte für den 25. Dezember - an dem in den USA Weihnachten gefeiert wird - 60 bis 90 Zentimeter Neuschnee im Gebiet der Großen Seen voraus. Die Meteorologin Kelsey McEwen aus dem kanadischen Toronto schrieb im Onlinedienst Twitter, im Eriesee seien Wellen von bis zu acht Metern Höhe gemeldet worden, während am Seeufer dem NWS zufolge Windböen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde über die Stadt Fairport Harbor im Bundesstaat Ohio hinwegfegten.

Ein Paar aus Buffalo sagte der Nachrichtenagentur AFP, wegen der völlig unpassierbaren Straßen verzichte es auf die zehnminütige Fahrt zur Weihnachtsfeier mit der Familie. Viele Feuerwehrleute schickten "noch nicht einmal Fahrzeuge zu Einsätzen hinaus", sagte die 40-jährige Rebecca Bortolin. Ihr Verlobter Ali Lawson sagte, er wolle trotz seiner Rückenschmerzen lieber zu Hause ausharren: Die Fahrt ins Krankenhaus sei zu gefährlich.

Die Verkehrsämter mehrerer Bundesstaaten rieten Autofahrern, lieber zu Hause zu bleiben - und das zur beliebtesten Reisezeit des Jahres. Der Wintersturm führte nach Angaben der Website Flightaware am Sonntag erneut zur Streichung von mehr als 1500 US-Flügen. Am Samstag waren rund 3500 US-Flüge und am Freitag fast 6000 US-Flüge gestrichen worden.

Mit Blick auf den Flugverkehr gab US-Verkehrsminister Pete Buttigieg am Samstag vorsichtige Entwarnung. Auf Twitter schrieb er, dass "die extremsten Störungen hinter uns liegen, da sich der Betrieb der Fluggesellschaften und Flughäfen allmählich erholt".

Trotzdem saßen weiterhin zahlreiche Reisende an Flughäfen fest, darunter in Atlanta, Chicago, Denver, Detroit, Minneapolis und New York. Wegen Glatteis und starkem Schneefall mussten vorübergehend einige der verkehrsreichsten Straßen der USA gesperrt werden, darunter die Interstate 70.

Nach Angaben der Website Power Outage waren am Samstag kurzzeitig fast 1,7 Millionen Menschen landesweit ohne Strom, am Sonntagmorgen waren noch mehr als 200.000 Haushalte in östlichen Bundesstaaten von Stromausfällen betroffen. Die Versorger forderten die Menschen zum Stromsparen auf.

Derweil kauerten im texanischen El Paso verzweifelte Migranten aus Mexiko in Kirchen, Schulen und einem Bürgerzentrum, um sich aufzuwärmen, sagte die Lehrerin und freiwillige Helferin Rosa Falcon AFP. In Chicago statteten Aktivisten Obdachlose mit warmer Kleidung wie Mänteln, Mützen, Handschuhen und Thermounterwäsche sowie mit Decken und Schlafsäcken aus.

Auch Kanada bibberte in dem Wintersturm. Hunderttausende Menschen in Ontario und Québec waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen und wegen der Entgleisung eines Zuges fielen nach Angaben der kanadischen Bahngesellschaft Via Rail alle Züge von Toronto nach Ottawa und Montreal aus.

(G.Khurtin--DTZ)

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