Deutsche Tageszeitung - "Schneesturm des Jahrhunderts" kostet in den USA fast 50 Menschenleben

"Schneesturm des Jahrhunderts" kostet in den USA fast 50 Menschenleben


"Schneesturm des Jahrhunderts" kostet in den USA fast 50 Menschenleben
"Schneesturm des Jahrhunderts" kostet in den USA fast 50 Menschenleben / Foto: © THE OFFICE OF GOVERNOR KATHY HOCHUL/AFP

Der "Schneesturm des Jahrhunderts" hat in den USA bislang fast 50 Menschenleben gekostet. Allein 27 Todesopfer gab es im besonders betroffenen Landkreis Erie County im Bundesstaat New York, wie der Verwaltungsbeamte Mark Poloncarz am Montagabend (Ortszeit) auf Twitter berichtete. Drei der Opfer in dem Landkreis wurden in einem Auto entdeckt, 14 im Freien, erläuterte er. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul warnte, der Blizzard sei "noch lange nicht vorbei" und forderte die Bewohner auf, zuhause zu bleiben.

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Insgesamt kamen nach Behördenangaben in neun Bundesstaaten 49 Menschen durch den Schneesturm ums Leben. In der am schwersten betroffenen Stadt Buffalo gab es stundenlange Stromausfälle, Tote wurden in ihren Autos oder unter Schneewehen gefunden. Rettungskräfte gingen auf der Suche nach weiteren Todesopfern oder festsitzenden Autofahrern von Fahrzeug zu Fahrzeug.

Wegen der extremen Wetterbedingungen wurden nach Angaben der Website Flightaware.com in den vergangenen Tagen mehr als 15.000 Inlandsflüge gestrichen, mehr als 3800 davon allein am Montag.

Auch wenn die Intensität des Sturmes nachlasse, bleibe es "gefährlich, draußen zu sein", sagte Gouverneurin Hochul bei einem Besuch in Buffalo. Nachdem in Teilen des Bundesstaates New York bereits bis zu ein Meter Schnee gefallen war, sei mit weiteren 30 Zentimetern Neuschnee zu rechnen.

Der eigentlich an Kälte und Stürme gewöhnte Westen des Bundesstaates New York verschwand während des Weihnachtswochenendes unter meterhohem Schnee. Seit der vergangenen Woche herrschen dort polare Temperaturen. Erst am Dienstag soll gemäßigteres Wetter einsetzen.

Der Sheriff von Erie County, John Garcia, bezeichnete den Schneesturm als den Schlimmsten, den er je erlebt habe. Zeitweise konnten die Rettungsdienste nicht ausrücken, weil sie keinerlei Sicht mehr hatten. "Es ist herzzerreißend, wenn man Anrufe von Familien mit Kindern bekommt, die sagen, dass sie erfrieren", sagte er dem Sender CNN.

Die Straßen von Buffalo waren am Montag größtenteils weiter von beeindruckenden Schneemassen blockiert. Auf Bildern aus dem Stadtzentrum waren quer auf den Straßen stehende Autos unter Schneebergen zu sehen.

Buffalo war über Weihnachten zeitweilig von der Außenwelt abgeschnitten, Rettungsdienste konnten besonders betroffene Bezirke nicht erreichen. Haustüren verschwanden hinter bis zu drei Meter hohen Schneeverwehungen, durch Stromausfälle bei eisigen Temperaturen wurde die Situation lebensbedrohlich.

Hochul entsandte rund 200 Mitglieder der Nationalgarde nach Buffalo und Umgebung, die hunderte Menschen aus eingeschneiten Autos und Häusern ohne Strom in Sicherheit brachten. Nach Angaben der Behörden waren aber weiterhin Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Der internationale Flughafen von Buffalo sollte bis Dienstag geschlossen bleiben. Aufgrund eingefrorener Umspannwerke kann ein Teil der Bewohner erst am Dienstag wieder mit Strom rechnen.

Die extremen Wetterbedingungen führten dazu, dass die Temperaturen am Wochenende in insgesamt 48 Bundesstaaten unter den Gefrierpunkt sanken.

(V.Sørensen--DTZ)

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