Deutsche Tageszeitung - EU-Kommission sieht Deutschland nicht als "kranken Mann Europas"

EU-Kommission sieht Deutschland nicht als "kranken Mann Europas"


EU-Kommission sieht Deutschland nicht als "kranken Mann Europas"
EU-Kommission sieht Deutschland nicht als "kranken Mann Europas" / Foto: © AFP

Ungeachtet der Rezessionsgefahr betrachtet die EU-Kommission Deutschland nicht als "kranken Mann Europas". Diese Schlagzeile mancher Medien mache er sich nicht zu eigen, sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Montag bei der Vorstellung seiner Sommer-Konjunkturprognose in Brüssel.

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Es gebe stichhaltige Gründe, warum die EU-Kommission in diesem Jahr mit einem Abschwung in Deutschland rechne, sagte Gentiloni weiter. "Aber wir wissen auch, dass es sich um eine starke Wirtschaft handelt", betonte der Italiener.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte laut Prognose der Brüsseler Behörde im laufenden Jahr um 0,4 Prozent schrumpfen. Noch im Mai hatte die Kommission ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent erwartet. Für das kommende Jahr rechnet Gentiloni bisher mit einer Trendumkehr und einem Plus von 1,1 Prozent.

Vor allem in angelsächsischen Medien wird Deutschland wieder als "kranker Mann Europas" bezeichnet. Dieser Ausdruck stammt von Ende der 1990er Jahre. Nach der Wiedervereinigung litt die Bundesrepublik unter schwachem Wachstum und hoher Arbeitslosigkeit.

Sorgen macht sich die EU-Kommission dagegen wegen des Klimawandels. "Wir sollten die Folgen für die EU-Wirtschaft sehr ernst nehmen", sagte Gentiloni unter Verweis auf die verheerenden Überschwemmungen und Waldbrände der vergangenen Monate und Jahre.

Die EU habe zwar gut funktionierende Katastrophen-Hilfsfonds, sagte Gentiloni. "Aber das Problem wächst, und wir müssen darauf reagieren." Zuletzt waren etwa Griechenland und Slowenien von Überschwemmungen schwer getroffen. In Griechenland, Italien, Frankreich und anderen Ländern wurden zudem zahlreiche Hektar Land durch Waldbrände vernichtet.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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