Deutsche Tageszeitung - Vor UN-Klimakonferenz noch große Uneinigkeit bei Fonds für Schäden und Verluste

Vor UN-Klimakonferenz noch große Uneinigkeit bei Fonds für Schäden und Verluste


Vor UN-Klimakonferenz noch große Uneinigkeit bei Fonds für Schäden und Verluste
Vor UN-Klimakonferenz noch große Uneinigkeit bei Fonds für Schäden und Verluste / Foto: © AFP/Archiv

Sechs Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Dubai (COP 28) sind bei dem zentralen Verhandlungsthema, wie der geplante Fonds für die Bewältigung klimabedingter Schäden und Verluste in ärmeren Ländern ausgestaltet wird, noch viele Fragen ungeklärt. "Wir haben keine Zeit mehr", ermahnte COP-Präsident Sultan Ahmed al-Dschaber in einer Videobotschaft die Mitglieder eines internationalen Ausschusses, der die Leitlinien des Fonds festlegen soll, am Freitag kurz vor dem geplante Ende seines vierten Treffens in Ägypten.

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Bei der COP 27 im ägyptischen Scharm el-Scheich hatten sich die Teilnehmer Ende vergangenen Jahres grundsätzlich auf die Schaffung des Fonds verständigt. Dies war ein Wendepunkt in der internationalen Klimafinanzierung, weil die reichen Staaten bislang nur bereit waren, ärmere Länder bei Maßnahmen für den Klimaschutz und für die Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, aber sich sträubten, Gelder für bereits entstandene klimabedingte Verluste und Schäden (Loss and Damage) bereitzustellen.

Wie der neue Fonds aussehen soll, ist allerdings unklar. Ein wichtiger Streitpunkt ist, ob nur die traditionellen Industriestaaten oder auch wohlhabende Schwellenländer wie China in den Fonds einzahlen sollen. Außerdem ist die Frage zu klären, ob der neue Fonds bei der Weltbank angesiedelt sein soll, die Kritikern zufolge ganz unter dem Einfluss westlicher Industriestaaten steht, oder eine neue unabhängige Struktur geschaffen wird - was allerdings länger dauern würde.

"Wenn ich keine greifbaren und echten Ergebnisse sehe, ist das nicht akzeptabel", ermahnte al-Dschaber die Verhandler in seiner Video-Botschaft. In einem an die COP-28-Teilnehmer gerichteten Brief vom Dienstag hatte er gefordert, der neue Fonds müsse "so bald wie möglich" nutzbar sein. "Wir können uns keine Verzögerung leisten, indem wir Jahre dafür brauchen, uns auf seine Verwaltung zu einigen", warnte der COP-Präsident.

Die Weltklimakonferenz findet vom 30. November bis zum 12. Dezember in Dubai statt. Die Verhandlungen über den Umgang mit der Klimakrise werden von anderen internationalen Krisen wie dem Krieg im Nahen Osten überschattet. Gleichzeitig werden die Auswirkungen der Erderwärmung, etwa in Form von Überschwemmungen und Dürren, immer häufiger und heftiger spürbar.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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