Deutsche Tageszeitung - Baerbock fordert "globales Bekenntnis" zu Abkehr von fossilen Energieträgern

Baerbock fordert "globales Bekenntnis" zu Abkehr von fossilen Energieträgern


Baerbock fordert "globales Bekenntnis" zu Abkehr von fossilen Energieträgern
Baerbock fordert "globales Bekenntnis" zu Abkehr von fossilen Energieträgern / Foto: © AFP/Archiv

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) pocht auf ein Bekenntnis der Weltgemeinschaft zur Abkehr von den fossilen Energieträgern. Um das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, in Reichweite zu halten, seien "eine Verdreifachung der Erneuerbaren Energien bis 2030 und eine Verdopplung der Energieeffizienz" nötig, erklärte Baerbock am Donnerstag vor ihrem Abflug zur UN-Klimakonferenz (COP28) nach Dubai.

Textgröße ändern:

"Und wir brauchen - das ist der weiteste und schwierigste Sprung - ein globales Bekenntnis, dass wir alle schrittweise aus den fossilen Energien aussteigen." Dafür werde die Bundesregierung in Dubai hart kämpfen und "in den Verhandlungen auch noch am kleinsten Schräubchen drehen", kündigte Baerbock an.

Zur Konferenz-Halbzeit hatte sich die deutsche Delegation am Mittwoch vorsichtig optimistisch über die Aussichten für ehrgeizige Beschlüsse bis zum Konferenzende geäußert. "Ein gutes Ergebnis ist möglich, aber es wird nicht einfach", sagte die deutsche Klima-Beauftragte und Staatssekretärin im Auswärtigen Amt, Jennifer Morgan.

Die Beschlüsse der Weltklimakonferenz müssen im Konsens gefällt werden. Der künftige Umgang mit fossilen Energien ist einer der Hauptstreitpunkte auf der COP. Vor allem öl- und gasexportierende Länder wehren sich gegen die Forderungen nach einem Ausstieg aus den fossilen Energien. Umgekehrt dringen zahlreiche andere Staaten, darunter Deutschland und die EU, darauf, die Ausstiegsperspektive im Abschlussdokument der Klimakonferenz festzuschreiben.

Ein am Dienstag vorgelegter neuer Verhandlungstext ließ die gegensätzlichen Positionen nebeneinander stehen. Die am weitesten gehende Option in dem Text ruft zu einem "geordneten und fairen Ausstieg aus fossilen Energien" auf.

Eine weitere Variante fordert, "die Anstrengungen zu beschleunigen für einen Ausstieg aus fossilen Energien". Dabei soll es aber Ausnahmen für Anlagen geben, bei denen Emissionen abgeschieden werden, um sie zu speichern oder zu nutzen (CCS oder CCU), sofern so "CO2-Neutralität im Energiesystem bis oder ungefähr zur Mitte des Jahrhunderts" erreicht wird. Der Text sah aber auch die Möglichkeit vor, die Abkehr von Öl, Kohle und Gas gar nicht zu erwähnen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Weniger Sterbefälle in drittem Quartal - Vorübergehender Anstieg in heißen Wochen

Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland ist im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Insgesamt starben von Juli bis September 3000 Menschen weniger als im Jahresmittel von 2022 bis 2025, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Fünf Tote durch Hurrikan "Simon" und Sturm "Rachel" in Mexiko

Bei schweren Überschwemmungen durch die Wirbelstürme "Simon" und "Rachel" sind an der mexikanischen Pazifikküste mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Durch Tropensturm "Rachel" starben vier Mitglieder einer Familie, darunter zwei Kinder, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Baja California am Montag (Ortszeit) erklärte. Fünf weitere Menschen würden noch vermisst, 32 Menschen seien mit Hubschraubern gerettet worden.

Hurrikan "Simon" ändert Kurs und dürfte Mexiko verschonen

Der Hurrikan "Simon" hat seinen Kurs geändert und dürfte nach Angaben der Experten Mexiko verschonen. Laut Daten von Aufklärungsflugzeugen bewegte sich der Wirbelsturm zuletzt langsamer voran und sollte sich der mexikanischen Westküste am Montag bis auf maximal 15 Kilometer nähern. Dennoch drohten den Küstengebieten nach Angaben des Wetterdienstes weiter starker Wind, hohe Wellen und extreme Regenfälle.

EU-Klimadienst Copernicus: Neuer Temperaturrekord im Pazifik durch El Niño

Das derzeit herrschende Klimaphänomen El Niño hat die Wassertemperaturen im Pazifik noch vor seinem erwarteten Höhepunkt im Dezember auf Rekordniveau aufgeheizt: In einer Referenz-Messregion im Pazifik namens Niño 3.4 erreichte die Temperatur des Oberflächenwassers im September ein "Allzeithoch" von 29,7 Grad Celsius, wie der EU-Klimadienst Copernicus am Montag mitteilte. Auch weltweit waren die Meere so warm wie nie zu vor.

Textgröße ändern: