Deutsche Tageszeitung - Dauerregen und steigende Pegel: Landkreise in Bayern rufen Katastrophenfall aus

Dauerregen und steigende Pegel: Landkreise in Bayern rufen Katastrophenfall aus


Dauerregen und steigende Pegel: Landkreise in Bayern rufen Katastrophenfall aus
Dauerregen und steigende Pegel: Landkreise in Bayern rufen Katastrophenfall aus / Foto: © AFP

Dauerregen, Überflutungen, steigende Pegel: In Süddeutschland hat sich die Hochwasserlage am Samstag zugespitzt. Bis zum Nachmittag riefen sechs Landkreise in Bayern den Katastrophenfall aus. In Fischach im Landkreis Augsburg mussten Menschen ihre Häuser verlassen und teils mit Hubschraubern gerettet werden. Stark betroffen war auch Baden-Württemberg.

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Der schwäbische Landkreis Augsburg rief am Samstagmorgen den Katastrophenfall aus und richtete einen Liveticker ein. Ein Weiher und ein Staubecken liefen über, die Schmutter trat über die Ufer, Straßen wurden überflutet.

Die Menschen in Fischach, Gessertshausen und Langenneufnach seien "dringend angehalten, bei Aufforderung Gebiete zu verlassen und Tiefgaragen sowie Kellerräume zu meiden", erklärte das Landratsamt am Morgen. Mittags wurde der Diedorfer Ortsteil Anhausen wegen eines Dammbruchs evakuiert.

Eine Sprecherin des Landratsamtes sagte Medienberichten zufolge, Helfer hätten Menschen aus ihren von den Fluten eingeschlossenen Häusern per Hubschrauber retten müssen. Am Nachmittag wurden Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) in Diedorf erwartet.

Auch die Landkreise Aichach-Friedberg, Neu-Ulm, Pfaffenhofen und Donau-Ries riefen am Samstag den Katastrophenfall aus; am Freitagabend hatte dies bereits der Landkreis Günzburg getan. Das Landratsamt von Aichach-Friedberg erklärte, so könnten Hilfeleistungen bestmöglich koordiniert und bewältigt werden.

Das Technische Hilfswerk (THW) teilte mit, es sei mit 400 Menschen in Bayern und Baden-Württemberg im Einsatz, um das Hochwasser zu bekämpfen. Im Bahnverkehr kam es in Bayern und in Baden-Württemberg zu Störungen - auf der Strecke München-Bregenz-Zürich und auf der Strecke Stuttgart-Ulm-Augsburg-München fuhren keine Züge, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

In den Bergen gab es massiven Schneefall - trotzdem machte sich eine Gruppe von 26 Menschen auf, die Zugspitze zu besteigen, wie der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen berichtete. Die Gruppe hänge unterhalb der Zugspitze fest; mehrere Mannschaften der Bergwacht seien ausgerückt.

Im östlichen Teil von Baden-Württemberg hatten sich in der Nacht zum Samstag einzelne große Hochwasser entwickelt, wie das Landesamt für Umwelt mitteilte. Insbesondere im Raum Oberschwaben und an östlichen Neckarzuflüssen seien 50- bis 100-jährige Hochwasser möglich. Auch in den Donau- und Bodenseezuflüssen könne es zu Überflutungen kommen.

Bereits in der Nacht hatte die Gemeinde Meckenbeuren im Bodenseekreis angesichts der Hochwassergefahr rund 1300 Menschen empfohlen, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Nachmittag vor Unwetter und Dauerregen in der Südhälfte Deutschlands und vor gebietsweise schweren Gewittern mit Starkregen in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Auch in der Schweiz führten starke Niederschläge im Osten und im Innern des Landes zu zahlreichen Überschwemmungen, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA berichtete. Die Hochwasserlage bleibe angespannt, am Sonntag würden weitere Regenfälle erwartet.

(U.Beriyev--DTZ)

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