Deutsche Tageszeitung - Klima-Aktivistin Neubauer: Grüne haben in Klimapolitik zu oft nachgegeben

Klima-Aktivistin Neubauer: Grüne haben in Klimapolitik zu oft nachgegeben


Klima-Aktivistin Neubauer: Grüne haben in Klimapolitik zu oft nachgegeben
Klima-Aktivistin Neubauer: Grüne haben in Klimapolitik zu oft nachgegeben / Foto: © AFP/Archiv

Nach den Verlusten der Grünen bei der Europawahl wirft die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer der Partei vor, in der Bundesregierung zu oft bei der Klimapolitik nachgegeben zu haben. "Die Grünen sind mit der Hoffnung in die Regierung gewählt worden, dass sie dort rote Linien in der Ökologie verteidigen", sagte Neubauer der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" vom Freitag.

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"Über die verschiedenen Wege, Klimaziele einzuhalten, muss man streiten", sagte die Aktivistin von der Klimaschutzbewegung Fridays for Future. "Viel zu oft sind sie allerdings ökologisch eingeknickt." Im Europaparlament hätten die Grünen in den vergangenen Jahren mit anderen zusammen zwar wirklich etwas bewirkt, sagte Neubauer. "Aber bei der Europawahl wurde viel auf die Ampelregierung projiziert. Daher die Verluste."

Auch anderen Parteien und den Medien machte Neubauer Vorwürfe. "Die Klimakrise betrifft alle Menschen in Deutschland", betonte sie. "Trotzdem haben viele Parteien im Wahlkampf nicht darüber gesprochen." Dabei müsse jede Partei im Europaparlament auch Klimapolitik machen. "Aber wenn man das nicht im Wahlkampf bespricht, haben die Menschen keine Chance, informiert zu wählen."

Parteien wie CDU und FDP warf sie "billigsten Populismus" vor. "Immer wieder wurden Behauptungen über die unbelegten Möglichkeiten von E-Fuels, oder den nahenden Weltuntergang durch Wärmepumpen besprochen, als handele es sich dabei um Daten und Fakten", sagte Neubauer. Es habe seit zwei Jahren keine ernsthafte, ehrliche und sachliche Debatte zum Klima mehr gegeben. "Ich bin auch von weiten Teilen der Medien enttäuscht. Die haben hier versagt", sagte Neubauer.

(W.Uljanov--DTZ)

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