Deutsche Tageszeitung - Inselstaaten verhandeln in Baku weiter - massive Kritik an Präsidentschaft

Inselstaaten verhandeln in Baku weiter - massive Kritik an Präsidentschaft


Inselstaaten verhandeln in Baku weiter - massive Kritik an Präsidentschaft
Inselstaaten verhandeln in Baku weiter - massive Kritik an Präsidentschaft / Foto: © AFP/Archiv

Die Allianz der kleinen Inselstaaten (Aosis) wollen trotz erheblicher Kritik an vorgelegten Beschlussentwürfen weiter an den Verhandlungen der UN-Klimakonferenz teilnehmen. Das geht aus einer am Samstagnachmittag in Baku verbreiteten Erklärung ihres Unterhändlers Cedric Schuster hervor. Darin bekräftigt die besonders stark vom Klimawandel betroffene Staatengruppe aber ihre Einwände gegen die Vorschläge zum Bereich Finanzen sowie ihre Kritik an der Vernachlässigung der erforderlichen Minderung von Treibhausgasen.

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Die Aosis-Staaten sowie weitere Staaten aus der Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (LDC) hatten zuvor eine Beratungsrunde mit der aserbaidschanischen Konferenz-Präsidentschaft unter Protest verlassen. Sie zogen sich dann, ebenso wie auch die Delegierten anderer Staatengruppen zu internen Beratungen zurück.

In der Aosis-Erklärung hieß es anschließend, sie blieben "dem Verhandlungsprozess verpflichtet" und wollten "eine möglichst gute Vereinbarung sicherstellen". Sie verlangten aber eine stärkere Einbeziehung in die Beratungen und warfen der Präsidentschaft vor, ihre Anliegen zu ignorieren.

So sei ihnen auf ihre Forderung hin, die im vergangenen Jahr in Dubai beschlossene Abkehr von fossilen Brennstoffen in die Beschlusstexte aufzunehmen, von der Präsidentschaft mitgeteilt worden, sie könnten "das vergessen" und das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens sei "nicht in Gefahr".

Auch bei weiteren Themen sei auf ihre Anliegen nicht eingegangen worden. Die etwa durch Dürre oder den Anstieg des Meeresspiegels besonders verletzlichen Staaten wollen unter anderem einen Mindestanteil an den in Baku verhandelten Finanzmitteln für Klimaschutz und die Anpassung an Klimafolgen für sich vorbehalten.

"Unsere Inseln versinken", verwies Schuster auf die dramatische Lage der Inselstaaten. Ihre Delegierten würden den Menschen zu Hause erklären müssen, warum sie trotzdem mit einer "armseligen Vereinbarung" wiederkommen. Schuster rief die Delegationen der anderen Staaten zur Unterstützung auf. "Wir wurden nicht gehört", hatte er zuvor der Präsidentschaft vorgeworfen.

(B.Izyumov--DTZ)

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