Deutsche Tageszeitung - Merz: Ausstieg aus Kohle und Gas darf Industrie nicht gefährden

Merz: Ausstieg aus Kohle und Gas darf Industrie nicht gefährden


Merz: Ausstieg aus Kohle und Gas darf Industrie nicht gefährden
Merz: Ausstieg aus Kohle und Gas darf Industrie nicht gefährden / Foto: © AFP

Unionskanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) hat einen Ausstieg aus Kohle und Gas aus Klimaschutzgründen abgelehnt, wenn dies die deutsche Industrie gefährdet. Die Stilllegung der letzten drei Atomkraftwerke durch die Ampel-Regierung mitten in einer Energiekrise sei ein "schwerer strategischer Fehler" gewesen, sagte Merz am Montag in Bochum. So eine Entscheidung werde es unter seiner Führung nicht geben. Das gelte auch für die Stilllegung von Kohle- und Gaskraftwerken.

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Er bekenne sich ausdrücklich zum Ausstieg aus fossilen Energieträgern, sagte Merz bei der Betriebsrätekonferenz der CDU-Sozialvereinigung CDA. Eine Stilllegung der Stromerzeugung über Kohle und Gas ohne die nötigen Ersatzkapazitäten würde aber "den Standort für die Industrie in Deutschland massiv gefährden."

Merz betonte: "Unter meiner Führung steigen wir in Deutschland nirgendwo mehr aus, bevor wir nicht entschieden haben, wo wir einsteigen." Der Klimaschutz dürfe nicht wichtiger sein als der Erhalt der Industrie in Deutschland.

Forderungen, die Stilllegung der letzten drei deutschen Atomkraftwerke wieder rückgängig zu machen, hält der CDU-Chef allerdings offenbar nicht mehr für realistisch: "Die Chance, diese drei Kernkraftwerke wieder zurück ans Netz zu nehmen, die sinkt von Woche zu Woche", sagte Merz. Sie würden längst zurückgebaut und dekontaminiert. "Da ist wahrscheinlich nichts mehr zu machen."

Ihrem gemeinsamen Wahlprogramm zufolge wollen CDU und CSU an der "Option Kernenergie" festhalten. Die Union will dabei auch "die Wiederaufnahme des Betriebs der zuletzt abgeschalteten Kernkraftwerke prüfen". Daneben werden noch nicht existierende Akw-Typen sowie Fusionskraftwerke als mögliche Energiequellen genannt.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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