Deutsche Tageszeitung - Studie: Zerstörung tropischer Urwälder auf höchstem Stand seit 2002

Studie: Zerstörung tropischer Urwälder auf höchstem Stand seit 2002


Studie: Zerstörung tropischer Urwälder auf höchstem Stand seit 2002
Studie: Zerstörung tropischer Urwälder auf höchstem Stand seit 2002 / Foto: © AFP

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels hat die Zerstörung tropischer Urwälder laut einer Studie im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten erreicht. Wie die Forschungsorganisation World Resources Institute (WRI) und die University of Maryland errechneten, wurden 2024 insgesamt 6,7 Millionen Hektar tropischer Urwald zerstört und damit eine Fläche von der Größe Panamas. Dies sei der höchste Stand seit dem Beginn der Erhebung entsprechender Daten im Jahr 2002, hieß es am Mittwoch.

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Das WRI wertete für die Untersuchung mit der University of Maryland aktuelle Daten der Plattform Global Forest Watch aus, die Informationen zur Zerstörung tropischer Urwälder sammelt. Demnach wurde vergangenes Jahr pro Minute eine Fläche von der Größe von 18 Fußballfeldern zerstört. Im Vergleich zu 2023 sei dies ein Anstieg um 80 Prozent.

Als Ursache für den Höchstwert nannte das WRI durch die Erderwärmung zunehmende Brände und eine erneute Verschlechterung der Lage in Brasilien. Im brasilianischen Amazonas-Gebiet erreichte die Urwald-Zerstörung demnach den höchsten Wert seit 2016. Die vom WRI ausgewerteten Daten weichen dabei deutlich von dem brasilianischen Waldmonitor MapBiomas ab, der vergangenen Donnerstag von einem Rückgang der Entwaldung im vergangenen Jahr gesprochen hatte.

2024 war weltweit das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wissenschaftler führen die Rekordtemperaturen auf den fortschreitenden Klimawandel zurück, der insbesondere durch die weiterhin massive Nutzung fossiler Energieträger verursacht wird, sowie auf das Klimaphänomen El Niño. Der Schutz der Wälder als wichtige Speicher des Treibhausgases CO2 gehört zu den Prioritäten der brasilianischen Präsidentschaft bei der diesjährigen UN-Klimakonferenz (COP30), die im November in der Amazonas-Metropole Belém stattfindet.

(V.Korablyov--DTZ)

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