Deutsche Tageszeitung - Flutkatastrophe in Texas: Sommerlager bestätigt Tod von 27 Kindern und Betreuern

Flutkatastrophe in Texas: Sommerlager bestätigt Tod von 27 Kindern und Betreuern


Flutkatastrophe in Texas: Sommerlager bestätigt Tod von 27 Kindern und Betreuern
Flutkatastrophe in Texas: Sommerlager bestätigt Tod von 27 Kindern und Betreuern / Foto: © AFP

Traurige Gewissheit nach der verheerenden Flutkatastrophe im US-Bundesstaat Texas: Allein in einem christlichen Sommerlager sind 27 Menschen ums Leben gekommen. Das Camp Mystic gab den Tod der 27 Mädchen und Betreuer am Montag bekannt. Die Zahl der insgesamt durch die Katastrophe ums Leben gekommenen Menschen stieg derweil auf 88 an. Der US-Wetterdienst warnte vor neuen Gewittern.

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"Camp Mystic trauert nach dem katastrophalen Hochwasser des Flusses Guadalupe um den Verlust von 27 Campern und Betreuern", hieß es in einer Erklärung auf der Website des Sommerlagers. "Unsere Herzen sind genauso gebrochen wie die unserer Familien, die diese unvorstellbare Tragödie durchleiden müssen."

Insgesamt wurden allein im am schlimmsten betroffenen Landkreis Kerr, wo auch das Sommerlager liegt, nach Angaben des örtlichen Sheriffs vom Montag 75 Tote geborgen. 13 weitere Leichen wurden aus weiteren Landkreisen in dem südlichen US-Bundesstaat gemeldet. Die Behörden befürchten, dass die Opferzahl noch weiter steigen wird.

In Texas war in der Nacht zum Freitag nach heftigen Regenfällen der Wasserstand des Guadalupe innerhalb von 45 Minuten um acht Meter gestiegen. Am Flussufer hatten am US-Nationalfeiertag und dem darauffolgenden Wochenende viele Menschen gecampt. Das Wasser überschwemmte auch die Hütten des Camp Mystic, wo zum Zeitpunkt der Katastrophe rund 750 Mädchen in ihren Betten lagen.

Auf dem Gelände am Flussufer spielten sich in der Unglücksnacht dramatische Szenen ab: Der texanische Gouverneur Greg Abbott berichtete von einem Mädchen, das vor der Überschwemmung auf einen Baum geflüchtet und dann von einem Hubschrauber gerettet worden sei.

Abbotts Stellvertreter Dan Patrick berichtete von einer Betreuerin, die das Fenster einer Hütte einschlug, damit die Mädchen ins Freie gelangen und um ihr Leben schwimmen konnten. "Diese kleinen Mädchen sind zehn oder 15 Minuten geschwommen. In der Dunkelheit, dem rauschenden Wasser und auf sie zutreibenden Baumstämmen, können Sie sich das vorstellen?", schilderte Patrick im Sender Fox News.

An der Suche nach Vermissten waren hunderte Rettungskräfte und 17 Helikopter beteiligt. Auch Freiwillige suchten mit Booten auf dem Wasser und an den Flussufern nach Toten und Überlebenden.

In Texas und landesweit gibt es nun Kritik daran, dass es trotz einer Unwetterwarnung des Nationalen Wetterdienstes NWS erst in der Nacht Flutwarnungen und keine Evakuierungsanordnungen gab. US-Präsident Donald Trump sagte, die Sturzflut und ihre Auswirkungen seien eine "Jahrhundertkatastrophe", die niemand erwartet habe. Mit Blick auf den Katastrophenschutz verwies er zudem auf die Regierung seines Vorgängers Joe Biden. "Das war nicht unsere Planung", sagte er.

Seit Trumps Amtsantritt im Januar waren Mittel für den NWS und die Klimabehörde NOAA gekürzt und zahlreiche Wissenschaftler entlassen worden. Da Vertreter der betroffenen Landkreise in Texas klagten, sie seien nicht rechtzeitig vor den Wassermassen gewarnt worden, kam Kritik an den Kürzungen auf. Trump sagte am Sonntag, er werde die entlassenen Meteorologen nicht wieder einstellen. Über seine Pläne, die Katastrophenschutzbehörde Fema aufzulösen, "können wir später reden".

Trump, der bereits Bundeshilfen für Texas freigegeben hat, sagte, er werde das Katastrophengebiet möglicherweise im Laufe der Woche besuchen.

Während die Behörden am Sonntag an einigen Orten bereits mit den Aufräumarbeiten begannen, warnte der NWS vor neuen Gewittern. Gouverneur Abbott warnte, die starken Regenfälle könnten in Kerr auch zu weiteren Sturzfluten führen.

Sturzfluten sind in der Katastrophenregion im Zentrum und Süden von Texas keine Seltenheit, sie ist als "Flash Flood Alley" (Sturzflutkorridor) bekannt. Solche plötzlichen Überschwemmungen entstehen, wenn der Boden bereits gesättigt ist und heftige Regenfälle nicht mehr aufnehmen kann. Wissenschaftlern zufolge führt der Klimawandel dazu, dass extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen häufiger und heftiger werden.

(I.Beryonev--DTZ)

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