Deutsche Tageszeitung - Bundesregierung zu Afrika-Klimagipfel: Klimahilfen lohnen sich auch für uns selbst

Bundesregierung zu Afrika-Klimagipfel: Klimahilfen lohnen sich auch für uns selbst


Bundesregierung zu Afrika-Klimagipfel: Klimahilfen lohnen sich auch für uns selbst
Bundesregierung zu Afrika-Klimagipfel: Klimahilfen lohnen sich auch für uns selbst / Foto: © AFP/Archiv

Anlässlich des Afrikanischen Klimagipfels hat die Bundesregierung Investitionen in klimafreundliche Technologien als lohnende Investition für die Region wie auch für Deutschland selbst bezeichnet. An Afrika sei zu erkennen, "wie innovative Investitionen das Klima schützen und zugleich Wirtschaftswachstum und neue Jobs schaffen", erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, Bärbel Kofler (SPD), die die deutsche Delegation bei dem bis Mittwoch dauernden Gipfel in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba leitet.

Textgröße ändern:

Deutschland stehe weiter "eng an der Seite unserer afrikanischen Partner", versicherte der Klimaschutz-Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth. Mit der Unterstützung des Ausbaus erneuerbarer Energien würden auf dem Kontinent zugleich die Abhängigkeit von klimaschädlichen fossilen Energieträgern verringert und soziale und wirtschaftliche "Chancen" geschaffen.

In ihrer gemeinsamen Erklärung legten die beiden Ministerien dar, dass der von Äthiopien und der Afrikanischen Union ausgerichtete Klimagipfel auch für Deutschland und Europa von großer Bedeutung sei. Schließlich habe die Klimakrise in Afrika "massive Folgen für die internationale Migration, Ernährungssicherheit und Energiemärkte in Europa". Durch die Umsetzung ehrgeiziger Klima- und Entwicklungsziele könnten "bis 2035 mehr als 45 Millionen Menschen auf dem Kontinent aus extremer Armut befreit" und so Fluchtgründe verringert werden.

Die Beratungen in Addis Abeba sollen auch genutzt werden, um eine einheitliche afrikanische Verhandlungsposition für die bevorstehende UN-Klimakonferenz festzulegen. Sie findet in zwei Monaten im brasilianischen Belém statt.

Die deutschen Entwicklungs- und Umweltorganisationen Misereor und Germanwatch hatten vor dem Afrika-Gipfel vor einem zunehmenden Einfluss der fossilen Lobby auf Afrika gewarnt. Drohende Versuche, afrikanische Staaten zu neuen Öl-, Gas- und Kohleprojekten zu bewegen, untergrüben die globalen Klimaziele, hieß es. Die Bundesregierung solle ihre Klimahilfen trotz Sparzwangs ausweiten. "Jeder Euro für den Klimaschutz dort verhindert ein Mehrfaches an Schäden hier wie dort", appellierten die NGOs.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Opposition zu Hitzeschutz: Regierung muss handeln - Grüne für Hitzegipfel

Angesichts von Dürre und Niedrigwasser hat die Opposition die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. So pochen die Grünen auf "einen Hitzegipfel" der Bundesregierung mit weiteren wichtigen Akteuren. Derzeit habe Deutschland "beim Hitzeschutz ein Zuständigkeitsproblem", kritisierte die Grünen-Umweltpolitikerin Julia Schneider am Donnerstag. Ein "komplettes Staatsversagen" bei der Klimaanpassung sieht Linken-Fraktionschef Sören Pellmann.

Donau-Niedrigwasser: Rumänien fährt einziges Akw des Landes herunter

Wegen historisch niedriger Pegelstände der Donau ist das einzige Atomkraftwerks Rumäniens am Donnerstagmorgen heruntergefahren worden. Nach der Abschaltung des ersten Reaktors des Atomkraftwerks Cernavoda Ende Juli müsse "aufgrund des erheblichen und anhaltenden Rückgangs des Wasserstands der Donau" nun auch der zweite Reaktor heruntergefahren werden, teilte das staatliche Atomenergieunternehmen Nuclearelectrica mit. Das Atomkraftwerk benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen.

Niedrigwasser: Rumänien beginnt Abschaltung von Atomkraftwerk

In Rumänien hat am Donnerstagmorgen die Abschaltung des einzigen Atomkraftwerks des Landes wegen historisch niedriger Pegelstände der Donau begonnen. Nach der Abschaltung des ersten Reaktors des Atomkraftwerks Cernavoda Ende Juli müsse "aufgrund des erheblichen und anhaltenden Rückgangs des Wasserstands der Donau" nun auch der zweite Reaktor heruntergefahren werden, teilte das staatliche Atomenergieunternehmen Nuclearelectrica mit. Das Atomkraftwerk benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen.

RKI: Zahl der Hitzetoten in Deutschland nochmals gestiegen

Die Zahl der Hitzetoten in diesem Sommer hat sich noch einmal erhöht. Mittlerweile liegt sie bei 12.500, wie aus dem am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Wochenbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Ausgewertet wurden Daten bis zum 2. August. 2026 ist laut RKI ein Rekordjahr, was hitzebedingte Sterbefälle angeht. Die bislang höchste Zahl an Hitzetoten wurde 2018 mit geschätzt 8900 Fällen registriert.

Textgröße ändern: