Deutsche Tageszeitung - Studie: Klimaschutzzusagen und Nutzung fossiler Energien klaffen weiter auseinander

Studie: Klimaschutzzusagen und Nutzung fossiler Energien klaffen weiter auseinander


Studie: Klimaschutzzusagen und Nutzung fossiler Energien klaffen weiter auseinander
Studie: Klimaschutzzusagen und Nutzung fossiler Energien klaffen weiter auseinander / Foto: © AFP/Archiv

Die Zusagen im Pariser Klimaabkommen und die Pläne von Staaten zur Nutzung fossiler Energien klaffen laut einer Studie immer noch weit auseinander. Es gebe weiterhin "eine Entkopplung zwischen Klimaambitionen und dem, was Länder tatsächlich hinsichtlich der Produktion fossiler Energien planen", fasste Studien-Ko-Autor Derik Broekhoff vom Stockholmer Umweltinstitut SEI die am Montag veröffentlichte Untersuchung von mehr als 50 internationalen Forschern zusammen.

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In dem Pariser Klimaabkommen von 2015 hat sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Die bis 2030 vorgesehene Produktion von Kohle, Öl und Gas übersteige die mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbarte Menge jedoch um mehr als 120 Prozent, heißt es in der Studie. Selbst die Zwei-Grad-Zielmarke werde mit den aktuellen Plänen um 77 Prozent übertroffen, erklärten das SEI, Climate Analytics und das International Institute for Sustainable Development. Diese Kluft habe sich seit 2023 noch vergrößert.

Vor der nächsten UN-Klimakonferenz, die am 10. November im brasilianischen Belém beginnt, müssen die Staaten ihre neuen überarbeiteten nationalen Klimaziele zur Umsetzung des Paris-Abkommens einreichen. Darin müssten sie "die anhaltende Expansion der globalen Produktion fossiler Energieträger umkehren", hieß es in der Studie. Wenn die Regierungen jetzt nicht genug zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes täten, müsste die Produktion fossiler Energieträger später umso drastischer gedrosselt werden.

Die massive Nutzung von Kohle, Öl und Gas seit der industriellen Revolution ist der Hauptfaktor für den menschengemachten Klimawandel. Von den 20 größten Produzenten, darunter die USA, Saudi-Arabien und Russland, planen laut der Studie 17, ihre Produktion bis 2030 noch zu erhöhen. Elf von ihnen planen demnach bei mindestens einem der fossilen Brennstoffe eine höhere Produktion bis 2030 als noch 2023.

Parallel zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung findet diese Woche in New York die Climate Week statt, bei der Politiker, Unternehmensvertreter und Vertreter der Zivilgesellschaft über den Kampf gegen den Klimawandel beraten. Für Montag stand eine Rede von UN-Klimasekretär Simon Stiell auf dem Programm.

(O.Tatarinov--DTZ)

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