Deutsche Tageszeitung - Weltklimakonferenz COP30 in brasilianischer Amazonas-Stadt Belém eröffnet

Weltklimakonferenz COP30 in brasilianischer Amazonas-Stadt Belém eröffnet


Weltklimakonferenz COP30 in brasilianischer Amazonas-Stadt Belém eröffnet
Weltklimakonferenz COP30 in brasilianischer Amazonas-Stadt Belém eröffnet / Foto: © AFP

Klimaverhandlungen unter schwierigen Vorzeichen: In der brasilianischen Amazonas-Stadt Belém hat am Montag die 30. UN-Klimakonferenz (COP30) begonnen. Zum Auftakt rief UN-Klimachef Simon Stiell dringend zum Handeln gegen die Erderwärmung auf: "Zu klagen ist keine Strategie", mahnte er. "Wir brauchen Lösungen." Die Länder müssten "viel, viel schneller" gegen den Klimawandel vorgehen, sagte er in seiner Rede.

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An den zweiwöchigen Verhandlungen beteiligen sich Delegationen aus mehr als 190 Staaten, insgesamt werden rund 50.000 Teilnehmer erwartet. Viele betrachten die COP30 als Prüfstein für den Multilateralismus in Zeiten zunehmender nationaler Alleingänge.

Zentrale Themen sind die bislang völlig unzureichenden nationalen Klimaschutzzusagen zur Begrenzung der Erderwärmung und die Finanzhilfen reicher Staaten für den Klimaschutz sowie die Anpassung an die Erderwärmung in ärmeren Ländern.

Gastgeber Brasilien macht den Waldschutz zu einer seiner Prioritäten und hat dazu beim Klimagipfel im Vorfeld der COP30 am Donnerstag den globalen Tropenwaldschutz-Fonds TFFF gestartet. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte am Freitag in seiner Rede bei dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs zum Klimaschutz einen "namhaften" deutschen Beitrag zum TFFF zu und betonte zugleich, dass Klimaschutz und Wirtschaftswachstum "Hand in Hand" gehen müssten.

US-Präsident Donald Trump nimmt nicht an der Weltklimakonferenz teil. Der Rechtspopulist, der den von Menschen verursachten Klimawandel als den "weltweit größten Betrug aller Zeiten" bezeichnet, schickt nicht einmal hochrangige Regierungsvertreter nach Brasilien.

Dennoch dürfte Trump die Verhandlungen in Belém massiv beeinflussen. Da der US-Präsident erneut den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen verfügt hat und die US-Mittel für die Energiewende und Entwicklungshilfe zusammenstreicht, liefert er anderen Staaten eine Ausrede für unzureichende Maßnahmen gegen die Klimakrise. Klimaschutzbefürworter hoffen dennoch auf ein deutliches Signal aus Belém gegen Trump und für den Klimaschutz.

Im Pariser Klimaabkommen hatten sich die Staaten vor zehn Jahren darauf geeinigt, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Dieses Ziel habe die Weltgemeinschaft aber bereits verfehlt, sagte UN-Generalsekretär António Guterres in der vergangenen Woche.

Derzeit steuert die Erde vielmehr auf eine gefährliche Erhitzung um etwa drei Grad zu. Nun sind Maßnahmen gefragt, mit denen die Erde vor Ende des Jahrhunderts auf den 1,5-Grad-Pfad zurückkehren kann.

Trotzdem sind bislang nur etwa 100 der gut 190 Staaten des Pariser Abkommens der UN-Aufforderung nachgekommen, dieses Jahr nachgeschärfte nationale Klimaziele vorzulegen. Die EU-Delegation reist mit dem vagen Ziel an, bis 2035 die Emissionen in der Europäischen Union um 66,25 bis 72,5 Prozent zu verringern.

Auch das Ringen um die Klimafinanzierung für ärmere Länder dürfte sich in Belém äußerst schwierig gestalten. Bei der COP29 in Aserbaidschan war im vergangenen Jahr zugesagt worden, dass die Entwicklungsländer bis 2035 jährlich 300 Milliarden Dollar für den Kampf gegen den Klimawandel und die Anpassung an seine Auswirkungen bekommen sollen. In Belém wird es nun darum gehen, woher genau die Summe kommen soll, die nach Angaben von Betroffenen und Experten deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf liegt.

Die Wahl von Belém als Ort der COP30 war umstritten, da die Stadt nicht über die nötigen Hotelkapazitäten zur Unterbringung der zehntausenden Konferenzteilnehmer verfügt. Um den massiven Bettenmangel während der zweiwöchigen Konferenz zu verringern, ankern derzeit die Kreuzfahrtschiffe "MSC Seaview" und "Costa Diadema" in Beléms Flusshafen Outeiro. Sie bieten Platz für 6000 Menschen und sollen einem Teil der COP30-Delegierten als Unterkunft dienen.

(W.Novokshonov--DTZ)

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