Deutsche Tageszeitung - Import von US-Flüssigerdgas auf Rekordhoch - Umwelthilfe kritisiert Abhängigkeit

Import von US-Flüssigerdgas auf Rekordhoch - Umwelthilfe kritisiert Abhängigkeit


Import von US-Flüssigerdgas auf Rekordhoch - Umwelthilfe kritisiert Abhängigkeit
Import von US-Flüssigerdgas auf Rekordhoch - Umwelthilfe kritisiert Abhängigkeit / Foto: © AFP/Archiv

Die Lieferungen von US-Flüssigerdgas an deutschen Häfen haben nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im ersten Amtsjahr von US-Präsident Donald Trump ein Rekordhoch erreicht. 2025 habe die Bundesrepublik rund 101 Terawattstunden (TWh) Gas aus den USA importiert, teilte die DUH am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen der US-Energieinformationsbehörde (EIA) mit. Dies war demnach ein Plus von mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Textgröße ändern:

Von den gesamten Flüssigerdgasimporten an deutsche Häfen hätten die US-Lieferungen 96 Prozent ausgemacht und einen Wert von 3,2 Milliarden Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro) erreicht, kritisierte die DUH. Diese Entwicklung verschärfe "die Abhängigkeit vom zunehmend unberechenbaren Partner USA". Es dürften deshalb "keine neuen Importverträge für US-Fracking-Gas" abgeschlossen werden, forderte die Umwelthilfe. Zudem müsse der weitere Ausbau von Flüssigerdgas-Terminals an der deutschen Küste "umgehend" gestoppt werden.

US-Präsident Trump nutze die Gaslieferungen gezielt, "um Europa und Deutschland in eine fatale fossile Abhängigkeit zu drängen", warnte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. "Deutschland muss aus den Importen von US-Fracking-Gas aussteigen und gemeinsam mit europäischen Partnern eine Initiative für den Ausstieg aus fossilen US-Importen starten", forderte er.

"Versorgungssicherheit erreichen wir nur durch mehr Energieeffizienz und den schnellen Ausbau Erneuerbarer Energien", fügte Müller-Kraenner hinzu. "Das dient nicht nur dem Klima, sondern auch unserer Sicherheit." DUH-Energieexperte Constantin Zerger wies darauf hin, dass die US-Importe "ganz überwiegend Fracking-Gas" seien. Die umstrittene Fracking-Technologie halten Kritiker für höchst umweltschädlich.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Für "billigere Autos": Trump kippt zentrale Klimaschutz-Vorgabe der USA

US-Präsident Donald Trump hat eine der wichtigsten Vorgaben für den Klimaschutz in den Vereinigten Staaten gekippt. Er erklärte am Donnerstag die sogenannte Gefährdungsfeststellung von 2009 für ungültig, derzufolge Treibhausgase gesundheitsschädlich sind. Trump hob zudem die darauf basierenden Emissionsvorgaben für Autos formell auf.

Portugals Innenministerin nach Kritik an Umgang mit tödlichen Stürmen zurückgetreten

Nach Kritik an ihrem Umgang mit tödlichen Stürmen auf der Iberischen Halbinsel in den vergangenen Wochen ist Portugals Innenministerin zurückgetreten. Maria Lúcia Amaral "war der Ansicht, dass sie nicht über die persönlichen und politischen Voraussetzungen verfügte, die für die Ausübung ihres Amtes erforderlich sind", erklärte die portugiesische Präsidentschaft am Dienstagabend. Portugals Regierungschef Luís Montenegro werde ihr Amt übergangsweise ausüben.

Vorschläge der Regierung zum Klimaschutz - Umwelthilfe nennt Programm unzureichend

Ein Entwurf für das neue Klimaschutzprogramm der Regierung enthält neue Vorschläge, um bis 2045 wie vorgesehen Klimaneutralität in Deutschland zu erreichen. Enthalten ist in dem Papier, das am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin vorlag, unter anderem eine stärkere Förderung des klimafreundlichen Austauschs von Heizungen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Grünen kritisierten den Entwurf als unzureichend.

Copernicus: Januar 2026 war trotz regionaler Kältewellen fünftwärmster Januar überhaupt

Trotz einer Kältewelle in Europa und den USA war der erste Monat des Jahres 2026 laut dem EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der fünftwärmste Januar seit Beginn der Aufzeichnungen. "Der Januar 2026 hat deutlich vor Augen geführt, dass das Klimasystem manchmal gleichzeitig in einer Region sehr kaltes Wetter und in einer anderen extreme Hitze liefern kann", erklärte die Copernicus-Expertin Samantha Burgess am Dienstag.

Textgröße ändern: