Deutsche Tageszeitung - Münchner Experten warnen vor drastischem Anstieg von Waldschäden durch Klimawandel

Münchner Experten warnen vor drastischem Anstieg von Waldschäden durch Klimawandel


Münchner Experten warnen vor drastischem Anstieg von Waldschäden durch Klimawandel
Münchner Experten warnen vor drastischem Anstieg von Waldschäden durch Klimawandel / Foto: © AFP/Archiv

Bei fortschreitender Klimaerwärmung droht in Europa einer Studie zufolge ein drastischer Anstieg von Waldschäden. Selbst in einem optimistischeren Rechenszenario mit einer Erwärmung um zwei Grad Celsius werde es mehr Schäden durch Brände, Stürme und Borkenkäfer geben, hieß es in der am Freitag veröffentlichten Untersuchung der Technischen Universität München. Sollte die Temperatur bis 2100 um etwa vier Grad steigen, dürfte sich die die geschädigte Waldfläche verdoppeln.

Textgröße ändern:

Nach Hochschulangaben nutzten ihre Experten für Waldmanagement unter anderem Satellitenbilder und ein KI-gestütztes Simulationsmodell, um die Auswirkungen des Klimawandels und seiner Begleitphänomene auf die europäischen Wälder in den kommenden Jahrzehnten abzuschätzen. Vor allem Süd- und Westeuropa werden demnach betroffen sein, Nordeuropa weniger. Die Forscher warnten dabei auch vor ökonomischen Verwerfungen auf den Holzmärkten. Wälder seien für die Gesellschaft "hochrelevant", hieß es.

Eine mutmaßlich dauerhafte Erderwärmung von eineinhalb Grad gegenüber vorindustriellem Niveau trat nach Einschätzung führender Expertengremien wie dem Weltklimarat wohl bereits ein oder steht kurz bevor. Ein Rückgang des Temperaturanstiegs wäre demnach nur bei einem starken Rückgang des CO2-Ausstoßes möglich, wonach es bislang nicht aussieht. Experten zufolge steuert die Erde selbst bei Einhaltung aller aktuellen Klimaschutzzusagen auf ein Plus von mehr als zwei Grad bis 2100 zu.

Bereits in den vergangenen Jahren nahmen Waldschäden unter anderem auch in Deutschland dramatisch zu. Schjuld waren unter anderem anhaltende Dürren, die Bäume schwächten. Das macht sie auch anfälliger für Befall durch Borkenkäfer. Dazu kamen zahlreiche Waldbrände und Sturmschäden.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Weniger Sterbefälle in drittem Quartal - Vorübergehender Anstieg in heißen Wochen

Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland ist im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Insgesamt starben von Juli bis September 3000 Menschen weniger als im Jahresmittel von 2022 bis 2025, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Fünf Tote durch Hurrikan "Simon" und Sturm "Rachel" in Mexiko

Bei schweren Überschwemmungen durch die Wirbelstürme "Simon" und "Rachel" sind an der mexikanischen Pazifikküste mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Durch Tropensturm "Rachel" starben vier Mitglieder einer Familie, darunter zwei Kinder, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Baja California am Montag (Ortszeit) erklärte. Fünf weitere Menschen würden noch vermisst, 32 Menschen seien mit Hubschraubern gerettet worden.

Hurrikan "Simon" ändert Kurs und dürfte Mexiko verschonen

Der Hurrikan "Simon" hat seinen Kurs geändert und dürfte nach Angaben der Experten Mexiko verschonen. Laut Daten von Aufklärungsflugzeugen bewegte sich der Wirbelsturm zuletzt langsamer voran und sollte sich der mexikanischen Westküste am Montag bis auf maximal 15 Kilometer nähern. Dennoch drohten den Küstengebieten nach Angaben des Wetterdienstes weiter starker Wind, hohe Wellen und extreme Regenfälle.

EU-Klimadienst Copernicus: Neuer Temperaturrekord im Pazifik durch El Niño

Das derzeit herrschende Klimaphänomen El Niño hat die Wassertemperaturen im Pazifik noch vor seinem erwarteten Höhepunkt im Dezember auf Rekordniveau aufgeheizt: In einer Referenz-Messregion im Pazifik namens Niño 3.4 erreichte die Temperatur des Oberflächenwassers im September ein "Allzeithoch" von 29,7 Grad Celsius, wie der EU-Klimadienst Copernicus am Montag mitteilte. Auch weltweit waren die Meere so warm wie nie zu vor.

Textgröße ändern: