Deutsche Tageszeitung - Winterbilanz: Alpen verzeichnen erneut deutlichen Schneemangel

Winterbilanz: Alpen verzeichnen erneut deutlichen Schneemangel


Winterbilanz: Alpen verzeichnen erneut deutlichen Schneemangel
Winterbilanz: Alpen verzeichnen erneut deutlichen Schneemangel / Foto: © AFP/Archiv

In den zurückliegenden Wintermonaten ist es in den Alpen erneut deutlich zu schneearm geblieben. In den Zentral- und Ostalpen sei es wie schon im vorherigen Winter "ausgesprochen niederschlags- und schneearm" gewesen, teilte der Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch mit. Die Region war demnach mit viel Sonnenschein überdurchschnittlich warm, zugleich aber deutlich zu trocken.

Textgröße ändern:

Grund für die Entwicklung waren vor allem anhaltende Hochdrucklagen. Dabei kam es häufig zu einer sogenannten Inversionswetterlage. In den Bergen war es mild und sonnig, während sich in tieferen Lagen Nebel oder Hochnebel hielt und dort teils frostige Temperaturen herrschten. Durch diese Wetterlage fiel insgesamt weniger Niederschlag.

Die durchschnittlichen Schneehöhen in den Alpen im vergangenen Winter zählten demnach zu den fünf niedrigsten seit Beginn der Messungen im Jahr 1991. Das Winterhalbjahr war zwar überdurchschnittlich warm, entscheidend für den Schneemangel in den Hochlagen war jedoch der geringe Niederschlag.

In den Nordalpen war es zudem der zweittrockenste, in den Südalpen sogar der trockenste Winter seit Beginn der Messreihe, wie der DWD gemeinsam mit den nationalen Wetterdiensten Österreichs und der Schweiz in einer Publikation aus der Reihe "Alpenklima" schrieb. Nur im Februar gab es zeitweise mehr Niederschlag als üblich.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Höchste Juni-Temperatur aller Zeiten in der Antarktis gemessen

In der Antarktis ist die höchste Juni-Temperatur aller Zeiten gemessen worden. Wie der nationale Wetterdienst von Argentinien am Donnerstag mitteilte, wurde an der Forschungsstation Esperanza Base am 6. Juni eine Temperatur von 15,4 Grad Celsius gemessen. So hoch sei das Thermometer in der Antarktis zuvor noch nie geklettert. Die Juni-Durchschnittstemperatur an der Esperanza-Station liegt den Angaben zufolge eigentlich bei minus 6,2 Grad.

US-Behörde: Folgenschweres Klimaphänomen El Niño bereits im Gange

Das seit Wochen prognostizierte Klimaphänomen El Niño ist nach Angaben der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) der USA bereits im Gange. Im Verlauf des vergangenen Monats hätten sich "El-Niño-Bedingungen entwickelt", wie unter anderem überdurchschnittliche Temperaturen an der Meeresoberfläche des Pazifik zeigten, heißt es in einer NOAA-Analyse von Donnerstag. Es bestehe nun "eine 63-prozentige Chance für einen sehr starken El Niño von November bis Januar" und damit für eine deutliche Zunahme von Extremwetterereignissen.

Linke prüft Klage gegen Heizungsgesetz

Die Fraktion der Linken im Bundestag prüft eine Klage gegen das neue Heizungsgesetz, über das am Donnerstag im Bundestag in erster Lesung beraten wird. Der Gesetzesentwurf der Regierung stelle einen "klimapolitischen Rückschritt" dar, erklärte die Fraktion in Berlin. Ihre Sprecherin für Klimagerechtigkeit, Violetta Bock, sagte AFP: "Wir werden nichts unversucht lassen, diesen verfassungswidrigen Fossilturbo zu verhindern. Dafür werden wir alle parlamentarischen und rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen."

Copernicus: Vorhersagen deuten zunehmend auf sehr starken El Niño in diesem Jahr hin

Wettervorhersagen weltweit deuten nach Angaben des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zunehmend darauf hin, dass das Wetterphänomen El Niño in diesem Jahr sehr stark ausfallen könnte. "Vom 1. Mai bis zum 1. Juni haben im Grunde alle Modelle ihre Prognosen nach oben korrigiert", sagte der Copernicus-Leiter Carlos Buontempo am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Dies spreche für ein "moderates bis starkes beziehungsweise wahrscheinlich starkes bis rekordverdächtiges Ereignis".

Textgröße ändern: