Deutsche Tageszeitung - Chef von Weltklimarat: Hitzewelle in Europa heftiger als manche Prognosen

Chef von Weltklimarat: Hitzewelle in Europa heftiger als manche Prognosen


Chef von Weltklimarat: Hitzewelle in Europa heftiger als manche Prognosen
Chef von Weltklimarat: Hitzewelle in Europa heftiger als manche Prognosen / Foto: © AFP

Die aktuelle Hitzewelle in Europa fällt nach Angaben des Weltklimarats IPCC heftiger aus als in manchen wissenschaftlichen Prognosen vorhergesagt. Europa werde angesichts der globalen Erwärmung zwangsläufig mit weiteren Extremsituationen konfrontiert werden, sagte IPCC-Chef Jim Skea am Mittwoch.

Textgröße ändern:

Die Bedingungen, unter denen Europa in dieser Woche leide, lägen am oberen Rand des Spektrums dessen, was der Weltklimarat seit langer Zeit prognostiziert habe, führte Skea aus. Einige Auswirkungen auf regionaler Ebene und im Ozean überstiegen die Erwartungen, fuhr er fort.

Frankreich verzeichnete am Dienstag den heißesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Mehrere andere europäische Länder wie Großbritannien und Ungarn gaben Hitzewarnungen mit hoher Stufe heraus. In Deutschland galten am Mittwoch fast im ganzen Land wieder amtliche Hitzewarnungen.

Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP dürften am Mittwoch mindestens 94 Millionen Menschen in Europa Temperaturen von mehr als 35 Grad erleben, die meisten von ihnen in Spanien und Frankreich.

"Wir werden zwangsläufig mehr von dem erleben, was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben", sagte Weltklimarats-Chef Skea. Die heißesten Tage würden sich viel schneller erwärmen als durchschnittliche Tage. In einer Welt, in der die Temperaturen um durchschnittlich zwei Grad steigen würden, wäre der heißeste Tag des Jahres drei bis 3,5 Grad heißer.

Das IPCC wurde 1988 gegründet. Aufgabe des Gremiums ist es, die Politik neutral über die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel und mögliche Gegenmaßnahmen zu informieren. Dazu werden regelmäßig umfangreiche Sachstandsberichte erstellt, der nächste soll 2028 oder 2029 veröffentlicht werden.

(O.Zhukova--DTZ)

Empfohlen

Anhaltende Hitze: Stuttgart verbietet Wasserentnahme aus Gewässern

Angesichts hoher Temperaturen verbietet die Stadt Stuttgart ab Freitag die Wasserentnahme aus Gewässern. Damit darf kein Wasser mehr für den privaten Gebrauch aus Bächen, Flüssen oder Seen geschöpft oder abgepumpt werden, wie die Stadt am Mittwoch in einer Allgemeinverfügung mitteilte. Bei Missachtung droht eine Geldbuße von bis zu 100.000 Euro. Die Maßnahme dient nach Stadtangaben dem Natur- und Umweltschutz.

Extremhitze in Europa: 94 Millionen Menschen erleben mindestens 35 Grad

Mindestens 94 Millionen Menschen in Europa dürften am Mittwoch tagsüber Temperaturen von über 35 Grad erleben, die meisten von ihnen in Spanien und Frankreich. Bei mehr als 350 Millionen Einwohnern Europas (ohne Türkei) wird die Temperatur auf mehr als 30 Grad steigen, wie Berechnungen der Nachrichtenagentur AFP ergaben. Dies entspricht fast zwei Dritteln der Bevölkerung.

Wieder flächendeckende Warnungen: Hitzewelle in Deutschland hält unvermindert an

Auch am Mittwoch gelten in fast ganz Deutschland wieder amtliche Hitzewarnungen. Aus Richtung Süden ströme unter hohem Luftdruck weiterhin "zunehmend heiße bis sehr heiße Luft" ein, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Dies sorge im Südwesten und Westen für "sehr hohe Wärmebelastung", die sich allmählich weiter nach Norden ausbreite.

Hitzewelle hat weite Teile Westeuropas im Griff - Neue Temperaturrekorde in Frankreich

Eine Hitzewelle von großem Ausmaß hat Teile Westeuropas fest im Griff: In Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien gab es am Dienstag Hitze-Warnungen und -Rekorde; in zahlreichen Regionen galt die höchste Warnstufe, die mit extremen und potenziell gesundheitsschädlichen Temperaturen verbunden ist. Frankreich meldete am Dienstag die heißeste Nacht sowie den heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Für Belgien und Großbritannien wurden weitere Hitze-Rekorde vorhergesagt.

Textgröße ändern: