Deutsche Tageszeitung - Fortschritte im Kampf gegen tödlichen Waldbrand in Andalusien

Fortschritte im Kampf gegen tödlichen Waldbrand in Andalusien


Fortschritte im Kampf gegen tödlichen Waldbrand in Andalusien

Im Kampf gegen den Waldbrand im Süden Spaniens mit mindestens zwölf Todesopfern hat die Feuerwehr am Samstag Fortschritte gemacht. Erstmals seit dem Ausbruch am Donnerstag seien im Einsatz gegen einen der tödlichsten Waldbrände in der neueren Geschichte Spaniens Löscharbeiten im "Angriffsmodus" möglich, sagte der andalusische Katastrophenschutzminister Antonio Sanz. Den Flammen entkommene Menschen schilderten Szenen des Schreckens. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte sich bestürzt.

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Durch das Feuer in der südspanischen Provinz Almería, die zur Autonomen Gemeinschaft Andalusien gehört, wurden in einem schwer zugänglichen Gebiet mit steilen Schluchten bereits 6600 Hektar Land zerstört. Bislang hätten das Wetter und die Brandlage nur einen "defensiven" Einsatz zugelassen, sagte Katastrophenschutzminister Sanz. Mittlerweile habe sich die Lage aber auch dank niedrigerer Temperaturen und höherer Luftfeuchtigkeit zum Besseren entwickelt. "Wir können den heutigen Tag mit besseren Aussichten als gestern angehen", sagte der andalusische Regierungsvertreter.

Das Feuer war nach Angaben der andalusischen Regionalregierung am Donnerstagnachmittag in Los Gallardos ausgebrochen. Das betroffene Gebiet ist bei Touristen beliebt und liegt nordöstlich der Hafenstadt Almería. Durch das Feuer kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben, sie wurden von den Flammen in ihren Fahrzeugen oder auf der Flucht zu Fuß eingeschlossen.

Nach Angaben der Behörden handelte es sich bei den Todesopfern um Menschen verschiedener Nationen, die sich im Dorf Bédar aufgehalten hatten. Angaben zur Identität der Opfer und ihrer Staatsangehörigkeit machten die Behörden zunächst nicht.

In der Gegend leben viele Ausländer, insbesondere Briten. Am Samstag war die Ortschaft aber nahezu menschenleer, fast alle Bewohner waren evakuiert worden.

Einige der Todesopfer hatten sich den Angaben zufolge nicht an die Anordnungen der Behörden gehalten, auf welchem Weg sie aus dem Brandgebiet fliehen oder wo sie Schutz suchen sollen, wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist.

Im Kampf gegen die Flammen waren am Samstag weiter etwa 500 Feuerwehrleute sowie Soldaten und mehr als 20 Löschflugzeuge im Einsatz. Für Montag kündigte der spanische Regierungschef Pedro Sánchez einen Besuch in dem Katastrophengebiet an.

Von dort wurden etwa 1500 Menschen in Sicherheit gebracht. Eine von ihnen war die 72-jährige Manoli Ramos. "Wir waren total in Panik. Wir konnten die Flammen sehen. Es war schrecklich", schilderte sie der Nachrichtenagentur AFP die Lage in ihrem Heimatdorf Bédar, die sie mit der "Hölle" verglich.

Der 87 Jahre alte Brite Austin Crilly sagte AFP, er habe plötzlich eine "riesige schwarze Wolke" gesehen und sich deswegen in seinem Haus verschanzt. "Dann, fünf Minuten später, wurde an die Tür gehämmert. Sie haben gesagt 'Nehmen Sie Ihr Geld, nehmen Sie Ihre Bankkarten und raus mit ihnen'", berichtete Crilly.

Es gebe derzeit keine Hinweise auf weitere Todesopfer, sagte Sanz. "Die Guardia Civil hat alle Gebiete durchkämmt und uns mitgeteilt, dass sie keine weitere Person gefunden hat." Dies könne sich allerdings noch ändern, fügte der Minister hinzu. Demnach wurden sieben offizielle Vermisstenanzeigen gestellt.

Ursache des Brandes war womöglich eine abgerissene Stromleitung, die in ausgetrocknete Vegetation fiel. Der spanische Justizminister Félix Bolaños erklärte, das Feuer habe sich zeitweise hundert Meter pro Minute ausgebreitet - "ein nie da gewesenes Ausmaß". Dies sei "eindeutig eine Folge des Klimanotstands, in dem sich die Welt befindet", sagte er im Brandgebiet vor Journalisten.

Spanien ist stark von der globalen Erwärmung betroffen. Seit einigen Jahren gibt es regelmäßig lang anhaltende Hitzewellen, was Brände begünstigt.

"Die Nachrichten über die Feuerkatastrophe in Andalusien sind bestürzend", erklärte Bundeskanzler Merz am Samstag im Onlinedienst X. Er sprach Regierungschef Sánchez seine Anteilnahme aus und wünschte den vielen Verletzten und Angehörigen der Opfer, dass sie "Trost finden".

(U.Beriyev--DTZ)

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