Deutsche Tageszeitung - Britischer Klimaschutz-Versuch: Weniger Kondensstreifen durch Google-Technologie

Britischer Klimaschutz-Versuch: Weniger Kondensstreifen durch Google-Technologie


Britischer Klimaschutz-Versuch: Weniger Kondensstreifen durch Google-Technologie
Britischer Klimaschutz-Versuch: Weniger Kondensstreifen durch Google-Technologie / Foto: © AFP/Archiv

Großbritannien erhofft sich durch kleine Anpassungen der Flughöhe in der Luftfahrt eine Verringerung von Kondensstreifen und damit der Schäden für das Klima. Wissenschaftler sollen nun in einem groß angelegten Versuch ermitteln, ob dabei eine von Google entwickelte KI-Technologie helfen kann, wie die britische Regierung und der US-Konzern am Dienstag mitteilten. Die Untersuchungen konzentrieren sich demnach auf Langstreckenflüge über dem Nordatlantik.

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Kondensstreifen entstehen, wenn Wasserdampf aus dem Flugzeugantrieb kondensiert und in der kalten Luft auf Flughöhe zu kleinen Eiskristallen gefriert. Rußpartikel und andere Abgasteile begünstigen die Bildung der weißen Streifen am Himmel. Kondensstreifen verstärken den Treibhauseffekt und heizen die Erdatmosphäre auf, weil sie Wärmestrahlung teilweise zurück zur Erde werfen.

Wie schädlich die Streifen tatsächlich für das Klima sind, ist allerdings umstritten. Die Initiatoren des britischen Versuchs gehen davon aus, dass sie für ein Drittel der Klimaschäden durch Flugzeuge verantwortlich sein könnten. Allerdings wirke sich dieser Effekt nur für sehr kurze Zeit aus, bis die Streifen vom Himmel verschwinden. Langfristig ist demnach der Schaden durch den Kohlendioxidausstoß deutlich größer.

Die meisten Kondensstreifen entstehen auf der Nordhalbkugel zwischen November und Februar, weil die Luft dann kälter ist. Das britische Experiment konzentriert sich deshalb auf die kommenden zwei Winter. Die von Google entwickelte Künstliche Intelligenz soll auf Grundlage von Wetterdaten Hinweise geben, auf welchen Flügen zwischen Großbritannien und den USA kleine Änderungen der Flughöhe Kondensstreifen vermeiden könnten, etwa durch Strecken durch trockenere oder wärmere Luftschichten.

Der britische Flugsicherungsdienst NATS soll die Empfehlungen in die Tat umsetzen. Der Versuch soll zeigen, ob sich die Anpassungen im großen Stil auf den täglichen Luftverkehr übertragen lassen. Forscher des Imperial College in London und der Cambridge-Universität sollen unabhängig voneinander Satellitenbilder auswerten, um zu prüfen, ob die Änderungen auch am Himmel zu sehen sind.

Das Projekt Operation Blue Skies (Blauer Himmel) verfügt über ein Gesamtbudget von fünf Millionen britischen Pfund (rund 5,8 Millionen Euro). Der britische Staat trägt mehr als die Hälfte der Kosten. "Wir arbeiten mit Google zusammen, um britische Forscher und Innovationen zu unterstützen und die Luftfahrt sauberer zu machen", erklärte der britische Luftfahrtminister Keir Mather.

(V.Sørensen--DTZ)

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