Deutsche Tageszeitung - Aufräumarbeiten nach Sturm in Bohlingen dauern mehrere Tage

Aufräumarbeiten nach Sturm in Bohlingen dauern mehrere Tage


Aufräumarbeiten nach Sturm in Bohlingen dauern mehrere Tage
Aufräumarbeiten nach Sturm in Bohlingen dauern mehrere Tage

Ein schweres Unwetter hat im Singener Ortsteil Bohlingen mehr als 190 Häuser beschädigt. Straßen und Bahnstrecken waren blockiert, die Feuerwehr rechnet mit tagelangen Aufräumarbeiten.

Textgröße ändern:

Ein heftiges Unwetter hat in der Bodenseeregion zahlreiche Schäden angerichtet. Besonders betroffen ist Bohlingen, ein Ortsteil von Singen zwischen dem Bodensee und der Schweizer Grenze. Nach Angaben der Polizei wurden dort mehr als 190 Häuser durch Sturmböen und umgestürzte Bäume beschädigt. Ein Haus ist nicht mehr bewohnbar, ein Mensch erlitt leichte Verletzungen.

Die Ermittler schätzen den Sachschaden auf mehrere hunderttausend Euro. Bohlingen war nach dem Sturm am Freitag den gesamten Tag gesperrt. Nur Anwohner und Einsatzkräfte durften hinein. Trümmer und Einsatzfahrzeuge blockierten die Straßen und machten eine Durchfahrt unmöglich.

Inzwischen wurden die Straßen wieder freigegeben. Die Feuerwehr setzte die Beseitigung der Schäden am Samstag fort. Einsatzleiter Mario Dutzi erwartete, dass die vollständigen Aufräumarbeiten noch mehrere Tage dauern. Die Feuerwehr sollte mindestens den gesamten Samstag im Einsatz bleiben.

Umgestürzte Bäume verstopften außerdem den Fluss Aach. Das Wasser staute sich, zeitweise drohte eine Überflutung. Feuerwehrkräfte entfernten die Hindernisse und machten den Abfluss wieder frei.

Auch der Bahnverkehr wurde beeinträchtigt. Bäume beschädigten an mehreren Stellen Oberleitungen. Am Samstagmittag blieb die Strecke zwischen Singen und Konstanz wegen Reparaturarbeiten gesperrt. Nach Angaben der Deutschen Bahn waren die Linien RE 2, RE 3 und RB 31 betroffen. Für Reisende wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

In mehreren Gastronomiebetrieben am Bodensee hinterließ der Sturm ebenfalls Schäden. Bei der Gaststätte Die Mole in Radolfzell wurde die Terrasse verwüstet und ein Eisstand umgeworfen. Das Seeliebe Beach in Sipplingen schloss seine Anlage, um umgestürzte Stühle, kaputte Sonnenschirme, Äste und Blätter zu beseitigen.

Der Deutsche Wetterdienst bezeichnete das Unwetter als außergewöhnlich. Besonders auffällig war die Stärke der Böen. Eine Messstation in Schaffhausen registrierte bis zu 143 Kilometer pro Stunde, entsprechend Orkanstärke 12. Auf dem Weg nach Osten schwächte sich die Gewitterfront ab.

Nach Angaben des DWD bestand die Wetterlage aus mehreren Gewitterzellen, die sich gegenseitig verstärken und länger bestehen können. Im Raum Stuttgart fiel das Unwetter deutlich schwächer aus.

Die Schäden verteilten sich auf Wohnhäuser, Straßen, Gewässer, Bahntrassen und gastronomische Anlagen. Dadurch waren neben der Feuerwehr auch Polizei, Bahn, kommunale Stellen, Betriebe und private Eigentümer mit der Beseitigung der Folgen beschäftigt.

Die zeitweilige Sperrung Bohlingens diente nicht nur der Räumung. Lose Bauteile, umgestürzte Bäume und blockierte Wege stellten weiterhin Gefahren dar. Erst nachdem die wichtigsten Verkehrswege wieder passierbar waren, konnte die Polizei die Zufahrt allgemein freigeben.

Die gemessenen 143 Kilometer pro Stunde stammen von einer Station im benachbarten Schaffhausen. Der Wert verdeutlicht die Stärke der Gewitterfront im Grenzgebiet. Dass sich die Zellen gegenseitig verstärkten, erklärt nach Angaben des Wetterdienstes die außergewöhnliche Intensität.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Weniger Sterbefälle in drittem Quartal - Vorübergehender Anstieg in heißen Wochen

Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland ist im dritten Quartal dieses Jahres im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Insgesamt starben von Juli bis September 3000 Menschen weniger als im Jahresmittel von 2022 bis 2025, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Fünf Tote durch Hurrikan "Simon" und Sturm "Rachel" in Mexiko

Bei schweren Überschwemmungen durch die Wirbelstürme "Simon" und "Rachel" sind an der mexikanischen Pazifikküste mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Durch Tropensturm "Rachel" starben vier Mitglieder einer Familie, darunter zwei Kinder, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Baja California am Montag (Ortszeit) erklärte. Fünf weitere Menschen würden noch vermisst, 32 Menschen seien mit Hubschraubern gerettet worden.

Hurrikan "Simon" ändert Kurs und dürfte Mexiko verschonen

Der Hurrikan "Simon" hat seinen Kurs geändert und dürfte nach Angaben der Experten Mexiko verschonen. Laut Daten von Aufklärungsflugzeugen bewegte sich der Wirbelsturm zuletzt langsamer voran und sollte sich der mexikanischen Westküste am Montag bis auf maximal 15 Kilometer nähern. Dennoch drohten den Küstengebieten nach Angaben des Wetterdienstes weiter starker Wind, hohe Wellen und extreme Regenfälle.

EU-Klimadienst Copernicus: Neuer Temperaturrekord im Pazifik durch El Niño

Das derzeit herrschende Klimaphänomen El Niño hat die Wassertemperaturen im Pazifik noch vor seinem erwarteten Höhepunkt im Dezember auf Rekordniveau aufgeheizt: In einer Referenz-Messregion im Pazifik namens Niño 3.4 erreichte die Temperatur des Oberflächenwassers im September ein "Allzeithoch" von 29,7 Grad Celsius, wie der EU-Klimadienst Copernicus am Montag mitteilte. Auch weltweit waren die Meere so warm wie nie zu vor.

Textgröße ändern: