Deutsche Tageszeitung - Bilger will mit Ländern weitere Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw prüfen

Bilger will mit Ländern weitere Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw prüfen


Bilger will mit Ländern weitere Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw prüfen
Bilger will mit Ländern weitere Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw prüfen / Foto: © AFP/Archiv

Mit Blick auf die sinkenden Pegelstände an deutschen Flüssen hat Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) weitere Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw angekündigt. "Die Lage ist weiterhin sehr angespannt. Es hat erneut zu wenig geregnet, und die Wasserstände sind weiterhin sehr niedrig", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger" von Dienstag. Zusammen mit seinen Länderkollegen prüfe er, wie sich über September hinaus die notwendige Flexibilität für die Unternehmen sicherstellen lasse.

Textgröße ändern:

"Dazu gehören auch weitere befristete Ausnahmen vom Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw, damit Güter, die aufgrund des Niedrigwassers nicht oder nur eingeschränkt über die Wasserstraße transportiert werden können, auf der Straße befördert werden können", sagte Bilger. Die meisten Ausnahmeregelungen sollten ursprünglich Ende September auslaufen.

Das sei aber keine Dauerlösung, fuhr der Verkehrsminister fort. "Wir brauchen diese Ausnahmen jetzt, um die Unternehmen durch diese außergewöhnliche Situation zu bringen. Gleichzeitig schaffen wir zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene und müssen langfristig dafür sorgen, dass unsere Wasserstraßen und die Schifffahrt besser mit solchen Niedrigwasserlagen umgehen können." Für die Binnenschifffahrt sind neben dem Rhein vor allem die Elbe, die Donau, der Main und die Mosel relevant.

Hitze und Dürre haben in diesem Jahr zu teils historischem Niedrigwasser in vielen großen europäischen Flüssen geführt. Der Rhein ist im wesentlichen nicht mehr durchgängig befahrbar, wie der Verkehrsexperte Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) der "Rheinischen Post" von Dienstag sagte: "Auch wenn es einige wenige Spezialschiffe geben dürfte, die noch mit stark reduzierter Ladung den Engpass passieren können, ist der Rhein de facto zweigeteilt. Der Mittel- und Oberrhein samt Zuflüssen sind damit von den Häfen in Duisburg und Rotterdam abgeschnitten."

"Das betrifft vor allem die festen und flüssigen Massengüter, da diese kaum auf die Schiene und eigentlich gar nicht auf die Straße ausweichen können", fuhr Puls fort. "Besonders betroffen sind daher Raffinerien, Chemieparks und Stahlwerke. Prominentestes Beispiel sind die BASF-Werke in Ludwigshafen, die etwa die Hälfte ihrer Rohstoffe per Binnenschiff beziehen."

Einen neuen, durch das Niedrigwasser ausgelösten Preisschub beim Diesel erwartet der IW-Experte aber nicht. "Der daraus entstehende Preiseffekt ist regional und im Vergleich zu den Anstiegen, die zuletzt vom globalen Dieselmangel ausgelöst wurden, nicht all zu stark", sagte er. "Zudem ist der Effekt seit längerem eingepreist, denn die Niedrigwasserlage war ja nie ganz weg."

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Größter Waldbrand in Frankreich seit 1949 gelöscht

Er hat zwei Monate im Südwesten Frankreichs gewütet und eine Fläche von 42.000 Hektar verwüstet - nun haben die Behörden den größten Waldbrand des Landes seit 1949 für gelöscht erklärt. Die Flammen waren im Juli in der Nähe des Dorfes Saumos in der Region Gironde ausgebrochen. Rund 224.000 Menschen mussten zwischenzeitlich in Sicherheit gebracht werden, darunter auch Touristen.

Hitzesommer: Schwache Kartoffelernte in diesem Jahr erwartet

Nach dem Rekordjahr 2025 wird die Kartoffelernte in Deutschland in diesem Jahr schwächer ausfallen. Ursache seien der verspätete Start der Pflanzung und die Hitze- und Dürreperioden im Sommer, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin am Montag mit. 2026 wird eine Ernte von 10,4 Millionen Tonnen erwartet; im vergangenen Jahr wurden 13,9 Millionen Tonnen eingefahren - es war die größte Ernte seit 1990.

Nordsee 2025 so warm wie nie - stärkster Eiswinter an Küsten seit 15 Jahren

Die Nordsee ist im vergangenen Jahr so warm wie nie gewesen. Das Wasser erreichte im Jahresmittel mit 11,6 Grad Celsius die höchste Oberflächentemperatur seit Beginn der Messungen im Jahr 1969, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Mittwoch zum diesjährigen Extremwetterkongress in Hamburg mitteilte. Die Wassertemperatur lag damit fast ein Grad über dem langjährigen Mittel von 1997 bis 2021.

Guterres: USA und China sollen bei Künstlicher Intelligenz zusammenarbeiten

UN-Generalsekretär António Guterres hat die USA und China zum Auftakt der Generaldebatte in New York zu Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz aufgerufen. Die Spitzenreiter bei der KI-Entwicklung trügen die "größte Verantwortung gegenüber der Menschheit" und sollten daher "Kanäle für Dialog, Transparenz, Vertrauen und Zusammenarbeit" einrichten, sagte Guterres am Dienstag vor den in New York versammelten Staats- und Regierungschefs.

Textgröße ändern: