Deutsche Tageszeitung - Arbeitgeberpräsident warnt vor weiteren Einschränkungen für die Wirtschaft

Arbeitgeberpräsident warnt vor weiteren Einschränkungen für die Wirtschaft


Arbeitgeberpräsident warnt vor weiteren Einschränkungen für die Wirtschaft
Arbeitgeberpräsident warnt vor weiteren Einschränkungen für die Wirtschaft / Foto: ©

In der Debatte über weitere Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gibt es Widerstand gegen schärfere Auflagen für die Wirtschaft. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnte in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) vor weiteren Einschränkungen für Unternehmen. Nachdem Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Freitag einen Lockdown für die Wirtschaft gefordert hatte, mahnten unterdessen auch die Grünen, Betriebe stärker in den Blick zu nehmen.

Textgröße ändern:

"Wir müssen die Menschen pandemiegeschützt so gut es geht in Brot und Arbeit halten", sagte Dulger. Nur mit Wertschöpfung könnten die Sozialsysteme am Leben gehalten werden, die im Moment alle versorgten. Die Forderung nach flächendeckenden Schließungen bezeichnete er als "absurd". "Sie können doch nicht alle Betriebe schließen", sagte er der "FAS".

Ramelow hatte sich am Freitag im MDR hingegen dafür ausgesprochen, auch die Wirtschaft in Deutschland in den Lockdown zu schicken. "Wir müssen jetzt einfach einmal komplett eine Pause machen", sagte er. "Der Fehler, den wir in ganz Deutschland gemacht haben, war, dass wir den Dezember nicht genutzt haben, um tatsächlich auch die allgemeine Wirtschaft in eine Pause zu schicken." Die Last des Lockdowns hätten bisher Gastronomen, Einzelhändler, Kulturschaffende und Kinder getragen.

Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, forderte, beim Kampf gegen das Virus gehörten "Wirtschaft und Arbeitswelt ins Zentrum", wie sie dem "Tagesspiegel" sagte. Millionen Beschäftigte seien täglich von Infektionen bedroht, weil Schutzmaßnahmen in Unternehmen nicht ausreichten, ohne Not Präsenzpflicht eingefordert werde oder Risiken durch die Anfahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mitgedacht würden. In der "FAS" sprach sie sich zudem erneut für schärfere Homeoffice-Regeln aus.

Arbeitgeberpräsident Dulger sieht die Verantwortung für volle Büros teilweise auch bei den Arbeitnehmern. "Heute beobachte ich bei meinen Mitarbeitern, die einer Bürotätigkeit nachgehen, zumindest einen Trend, dass man nach einer langen Phase daheim gerne mal wieder in den Betrieb kommt, um auch mal wieder die Kollegen zu sehen - zwar nur mit Abstand, aber immerhin", sagte er der "FAS".

Die Betriebe hätten beim Infektionsschutz viel erreicht, sagte Dulger. Schon jetzt aber gebe es eine Unverhältnismäßigkeit zwischen überfüllten Skipisten und geschlossenen Geschäften. Er forderte, dass die Politik bei künftigen Entscheidungen über Corona-Maßnahmen die Sozialpartner miteinbeziehen solle.

Es müsse dabei auch um eine langfristige Strategie gehen, sagte er. "Das Geld, das wir gerade verlieren, muss ja wieder erwirtschaftet werden." Die Politik dürfe nicht immer neue Anforderungen an die Unternehmen stellen. Stattdessen sollten Sozialbeiträge auf 40 Prozent der Lohnsumme gedeckelt und das Renteneintrittsalter angehoben werden.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Britischer Konzern Frasers bietet zwei Milliarden Euro für Hugo Boss

Der britische Bekleidungskonzern Frasers will den Aktionären des deutschen Herstellers Hugo Boss nach eigenen Angaben fast zwei Milliarden Euro für den Erwerb noch ausstehender Anteile an dem Unternehmen anbieten. Hugo Boss sei schon jetzt "ein wichtiger Markenpartner für Frasers und zählt zu den fünf wichtigsten Marken innerhalb der Frasers-Gruppe", erklärte das britische Unternehmen am Mittwoch.

Koalition berät mit Sozialpartnern über Reformen - Merz: "Lösungen im Dialog"

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition sind am Mittwochabend zu Beratungen mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden über die geplanten Reformen im Sozialbereich und zur Stärkung der Wirtschaft zusammengekommen. "Gute Lösungen entstehen im Dialog", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach Beginn des Treffens im Kurzbotschaftendienst X. Gemeinsam mit den Sozialpartnern berate die Bundesregierung, "wie wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und den Arbeitsmarkt stärken".

Koalition berät in Spitzentreffen mit Sozialpartnern über Reformen

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition sind am Mittwochabend zu Beratungen mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden über die geplanten Reformen im Sozialbereich und zur Stärkung der Wirtschaft zusammengekommen. Laut Bundesregierung geht es bei dem Treffen im Bundeskanzleramt unter Vorsitz von Kanzler Friedrich Merz (CDU) um einen "Austausch politischer Positionen und Ideen". Entscheidungen sollten noch nicht getroffen werden.

Trump: Neuer Geheimdienstchef Pulte soll Personal abbauen

US-Präsident Donald Trump dringt auf einen Personalabbau bei der Geheimdienstaufsicht. Der neue Geheimdienstkoordinator Bill Pulte solle nach seinem Amtsantritt am 19. Juni "die sofortige und notwendige Verkleinerung seines Büros ausführen und das Personal in die Stammbehörden zurückversetzen", schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Bereits die zurückgetretene Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard hatte die Belegschaft in gut einem Jahr um 40 Prozent verringert.

Textgröße ändern: