Deutsche Tageszeitung - Demonstration mit Traktoren und 10.000 Fußabdrücken für Agrarwende

Demonstration mit Traktoren und 10.000 Fußabdrücken für Agrarwende


Demonstration mit Traktoren und 10.000 Fußabdrücken für Agrarwende
Demonstration mit Traktoren und 10.000 Fußabdrücken für Agrarwende / Foto: ©

Bauern und Umweltschützer haben am Samstag in Berlin von Bundesregierung und EU eine grundlegende Agrarwende gefordert. "Wir haben Agrarindustrie satt", stand auf einem Großtransparent vor dem Kanzleramt. Auch vor der CDU-Parteizentrale forderten Demonstrantinnen und Demonstranten eine "klimaschonende Landwirtschaft" und "artgerechte Tierhaltung".

Textgröße ändern:

Die Kundgebung des Bündnisses "Wir haben satt", die jährlich anlässlich der Agrarmesse "Grüne Woche" stattfindet, fiel diesmal Corona-bedingt deutlich kleiner aus als sonst. Gleichwohl zogen Landwirte mit Traktoren durch die Berliner Innenstadt. "Für eine ökologische Landwirtschaft, für mehr Klimaschutz", stand auf Transparenten.

Außerdem wurden vor dem Kanzleramt rund 10.000 Fußabdrücke von Unterstützerinnen und Unterstützern abgelegt, um der Forderung nach einem Umsteuern mehr Nachdruck zu verleihen. Wegen der Pandemie hatten die Veranstalter dazu aufgerufen, nicht zu der Demonstration nach Berlin zu kommen, sondern stattdessen unter dem Motto "Agrarwende lostreten" Bilder mit den Fußabdrücken und politischen Statements zu schicken.

"Billiges Essen ist eine Sackgasse, die weder die Landwirtschaft noch die Verbraucher*innen weiterbringt", erklärte Saskia Richartz im Namen des Aktionsbündnisses. Sie warf Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) "Versagen" vor und "eine Politik auf Kosten von Höfen, Tieren und Umwelt". Auch den Ausstieg aus der Nutzung von Pestiziden müsse die Regierung endlich vorantreiben und dem "Ausverkauf des Bodens" entgegentreten.

Beteiligt am Bündnis "Wir haben es satt" sind rund 60 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Naturschutz und Gesellschaft. Zentrale Ziele sind auch der Verzicht auf Gentechnik im Agrarbereich sowie eine Abkehr von der Massentierhaltung. Bei der Bundestagswahl müsse "die verfehlte Agrarpolitik abgewählt" werden, forderten die Demonstrantinnen und Demonstranten.

Klöckner wandte sich in einer Stellungnahme gegen "Polarisierungen und Pauschalisierungen", was nicht zur Lösung von "Zielkonflikten" beitrage. "Unsere Landwirte und Lebensmittelerzeuger ernähren Millionen von Menschen, die nicht hungern und sich keine Gedanken um ihr täglich Brot machen müssen", hob sie hervor.

Gleichwohl sei es "selbstverständlich", dass auch die Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft "permanent ressourcenschonender, nachhaltiger werden muss". Hier seien aber auch bereits Fortschritte erreicht worden, betonte Klöckner, zum Beispiel das Verbot des Tötens männlicher Küken. Zudem habe die Landwirtschaft seit 1990 ihren Ausstoß an klimarelevanten Gasen um über 20 Prozent verringert.

Auch die Grüne Woche findet in diesem Jahr vorwiegend digital statt.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Britischer Konzern Frasers bietet zwei Milliarden Euro für Hugo Boss

Der britische Bekleidungskonzern Frasers will den Aktionären des deutschen Herstellers Hugo Boss nach eigenen Angaben fast zwei Milliarden Euro für den Erwerb noch ausstehender Anteile an dem Unternehmen anbieten. Hugo Boss sei schon jetzt "ein wichtiger Markenpartner für Frasers und zählt zu den fünf wichtigsten Marken innerhalb der Frasers-Gruppe", erklärte das britische Unternehmen am Mittwoch.

Koalition berät mit Sozialpartnern über Reformen - Merz: "Lösungen im Dialog"

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition sind am Mittwochabend zu Beratungen mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden über die geplanten Reformen im Sozialbereich und zur Stärkung der Wirtschaft zusammengekommen. "Gute Lösungen entstehen im Dialog", schrieb Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach Beginn des Treffens im Kurzbotschaftendienst X. Gemeinsam mit den Sozialpartnern berate die Bundesregierung, "wie wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und den Arbeitsmarkt stärken".

Koalition berät in Spitzentreffen mit Sozialpartnern über Reformen

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition sind am Mittwochabend zu Beratungen mit Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden über die geplanten Reformen im Sozialbereich und zur Stärkung der Wirtschaft zusammengekommen. Laut Bundesregierung geht es bei dem Treffen im Bundeskanzleramt unter Vorsitz von Kanzler Friedrich Merz (CDU) um einen "Austausch politischer Positionen und Ideen". Entscheidungen sollten noch nicht getroffen werden.

Trump: Neuer Geheimdienstchef Pulte soll Personal abbauen

US-Präsident Donald Trump dringt auf einen Personalabbau bei der Geheimdienstaufsicht. Der neue Geheimdienstkoordinator Bill Pulte solle nach seinem Amtsantritt am 19. Juni "die sofortige und notwendige Verkleinerung seines Büros ausführen und das Personal in die Stammbehörden zurückversetzen", schrieb Trump am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social. Bereits die zurückgetretene Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard hatte die Belegschaft in gut einem Jahr um 40 Prozent verringert.

Textgröße ändern: