Deutsche Tageszeitung - Deutsche Möbelbranche fordert Perspektive für Öffnung nach dem Lockdown

Deutsche Möbelbranche fordert Perspektive für Öffnung nach dem Lockdown


Deutsche Möbelbranche fordert Perspektive für Öffnung nach dem Lockdown
Deutsche Möbelbranche fordert Perspektive für Öffnung nach dem Lockdown / Foto: ©

Die deutsche Möbelbranche fordert nach einem wechselhaften Corona-Jahr 2020 mit einem erwarteten Umsatzminus von vier Prozent angesichts des derzeitigen Lockdowns konkrete Öffnungsszenarien. Trotz allem Verständnis für die Einschränkungen bräuchten Wirtschaft und Verbraucher "dringend eine Perspektive", erklärte der Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), Jan Kurth, am Mittwoch. Diese könne "nicht in einem Lockdown bis Ostern bestehen, denn die gesellschaftlichen und ökonomischen Folgen wären nicht kalkulierbar".

Textgröße ändern:

Der VDM-Geschäftsführer forderte deshalb einen "mittelfristig möglichen Weg für ein Wirtschaften im abgesicherten Modus". Gerade der deutsche Möbelhandel mit seinen großflächigen Verkaufsräumen und den seit Monaten erprobten Hygienekonzepten liefere dafür gute Voraussetzungen.

Das Geschäft im vergangenen Jahr verlief den Angaben zufolge "sehr wechselvoll". Zunächst habe der Lockdown im Frühjahr drastische Einbußen für die Möbelhersteller mit sich gebracht, doch nach der Wiedereröffnung habe die Nachfrage dann "sehr schnell und überraschend stark" wieder angezogen.

Nach internen Erhebungen der Fachverbände stiegen die Auftragseingänge laut Kurth in der deutschen Wohnmöbelindustrie von Januar bis Dezember sogar um 14,1 Prozent und in der Küchenmöbelindustrie um 11,8 Prozent. Auch in der Polstermöbelindustrie wurde demnach ein deutlicher Anstieg um 5,5 Prozent registriert. Die im Vergleich zur amtlichen Statistik deutlich positiveren Ergebnisse seien vor allem auf den Auftragseingang im November und Dezember zurückzuführen, der sich im ersten Quartal 2021 in den positiven Umsätzen niederschlagen dürfte.

Für das Gesamtjahr 2020 rechnet die Branche mit einem Umsatzminus von rund vier Prozent. Damit liege die Entwicklung im Rahmen der Prognose aus dem August, als ein Minus von bis zu fünf Prozent vorhergesagt worden sei. Der Umsatz werde voraussichtlich rund 17,2 Milliarden Euro erreichen.

In den 468 Betrieben der Branche mit mehr als 50 Beschäftigten arbeiten dem Verband zufolge 82.601 Frauen und Männer. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 2,2 Prozent. Der Personalabbau in der Möbelindustrie sei damit im Unterschied zu vielen anderen Branchen bislang überschaubar, erklärte Kurth.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

EU-Kommission: Meta muss auf Whatsapp konkurrierende KI-Anbieter zulassen

Die EU-Kommission hat den Meta-Konzern angewiesen, in seiner Messenger-App Whatsapp neben dem hauseigenen Chatbot auch die KI-Anbieter der Konkurrenz zuzulassen. Die Kommission drohte Meta am Montag mit Konsequenzen, sollte der US-Konzern anderen Anbietern weiter den Zugang versperren. Kleinere Wettbewerber könnten durch den Ausschluss von Whatsapp aus dem Markt verdrängt werden, begründete die Kommission ihr Vorgehen. Meta wies die Forderungen zurück.

Musk: SpaceX legt Fokus künftig auf den Mond

SpaceX-Chef Elon Musk stellt seine ehrgeizigen Pläne zur Besiedlung des Mars zurück und will sich nach eigenen Worten zunächst auf leichter erreichbare Ziele konzentrieren: Sein Raumfahrtunternehmen lege seinen Fokus jetzt auf den Bau einer Stadt auf dem Mond, schrieb Musk am Sonntag (Ortszeit) im Onlinedienst X. "Wir könnten das möglicherweise in weniger als zehn Jahren schaffen, wogegen es beim Mars mehr als 20 Jahre dauern würde", schrieb er zur Begründung.

Justizministerin Hubig rechnet mit Mietrechtsreform noch in diesem Jahr

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) rechnet mit Änderungen im Mietrecht zum Schutz von Mieterinnen und Mietern noch in diesem Jahr. "Ich gehe schon davon aus, dass wir das auf jeden Fall in diesem Jahr durchhaben", sagte Hubig am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Wenn es gut laufe, sei ein Abschluss "bis zur Sommerpause" möglich.

Elektroindustrie verzeichnet deutliches Auftragsplus zum Jahresende

Die Unternehmen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben zum Jahresende ein deutliches Auftragsplus verzeichnet. Im Dezember legten die Bestellungen um 17,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, wie der Branchenverband ZVEI am Montag mitteilte. Über das Gesamtjahr gingen damit demnach 6,0 Prozent mehr Bestellungen ein.

Textgröße ändern: