Deutsche Tageszeitung - Bundeskabinett verabschiedet Digitalstrategie

Bundeskabinett verabschiedet Digitalstrategie


Bundeskabinett verabschiedet Digitalstrategie
Bundeskabinett verabschiedet Digitalstrategie / Foto: ©

Die zunehmende Datenmenge in Wirtschaft und Wissenschaft soll nach dem Willen der Bundesregierung besser genutzt werden: Dafür hat das Bundeskabinett am Mittwoch eine umfassende Datenstrategie mit rund 240 geplanten wie bereits laufenden Maßnahmen für mehr Sicherheit und Austausch digitaler Daten verabschiedet. Die Datenbestände würden "wertvoller, je öfter wir sie nutzen können", erklärte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU).

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung wolle darum "eine Kultur des Teilens und Nutzens" von Daten ermöglichen, betonte Karliczek. Die vertrauenswürdige und sichere Bereitstellung sowie Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Quellen sei insbesondere in der Wissenschaft maßgeblich für neue Erkenntnisse und Innovationen - das habe zuletzt die Impfstoff-Forschung in der Corona-Pandemie gezeigt.

Ganz oben auf der Agenda der Bundesregierung stehen der Ausbau und die Vernetzung der nötigen Dateninfrastruktur in Deutschland und Europa, beispielsweise durch das deutsch-französische Cloud-Projekt Gaia-X und die Entwicklung neuer Hochleistungs-Rechensysteme. Um den digitalen Datentransfer über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg zu fördern, sollen etwa gemeinsame virtuelle Datenräume zu Gesundheits- und Umweltthemen geschaffen sowie EU-Regeln zur Zweitnutzung von Forschungsdaten angestoßen werden.

Die Strategie der Regierung sieht auch vor, dass die für Datenschutz zuständigen Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern enger zusammenarbeiten. Im Februar soll eine "Digitale Bildungsoffensive" zum Umgang mit Daten starten; außerdem sollen einzelne digitale Lernplattformen der Länder vernetzt werden. Schließlich soll auch die öffentliche Verwaltung digitaler werden, beispielsweise durch einen gemeinsamen Datenspeicher aller Bundesbehörden.

"Jetzt müssen wir aus dem Diskussions- in den Umsetzungs-Modus wechseln", forderte der Präsident des Digitalverbands Bitkom, Achim Berg. Die Bundesregierung müsse Rechtsunsicherheiten auflösen, die den Einsatz neuer Technologien hemmen. Auch der Wirtschaftsrat der CDU mahnte zur Eile: Generalsekretär Wolfgang Steiger beklagte, dass sich die Regierungskoalition "erst auf den letzten Metern der Legislaturperiode" auf die lange angekündigte Strategie einigte.

Der FDP ist diese Einigung indes noch deutlich zu unkonkret. Der digitalpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Manuel Höferlin, kritisierte die vorgelegte Digitalstrategie als "ellenlange Liste von Einzelvorhaben ohne konkrete Zeit- und Umsetzungspläne".

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Wirtschaftsweise Grimm und Arbeitgeberpräsident Dulger drängen auf Reformen

Die Forderungen an die Bundesregierung nach weiteren Reformen werden drängender: Der Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger forderte konkrete Schritte innerhalb der kommenden vier Wochen. "Alle Seiten betonen ihre Reformbereitschaft - daraus müssen jetzt Reformen werden", sagte er der "Bild" (Samstag). Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm kritisierte die bisherigen Pläne der schwarz-roten Koalition als unzureichend.

Kleiner Fahrplanwechsel der DB am Sonntag - Strecke Berlin-Hamburg im Fokus

Die Deutsche Bahn öffnet am Sonntag im Zuge des kleinen Fahrplanwechsels wieder die Strecke zwischen Hamburg und Berlin. Bis voraussichtlich Ende des Monats fahren die Züge dort allerdings noch streckenweise mit reduzierter Geschwindigkeit, wie die DB am Samstag mitteilte. Die angepassten Zeiten sind demnach ab Sonntag einsehbar. Die Wiedereröffnung der Strecke bringt auch Verbesserungen für eine Reihe weiterer Verbindungen, etwa nach Sylt und zwischen Prag und Kopenhagen.

Regierung in Kuba öffnet weitere Wirtschaftssektoren für Privatunternehmen

Die kubanische Regierung hat unter enormem Druck aus Washington erneut Schritte zur Liberalisierung der Wirtschaft des Landes unternommen. Weitere Wirtschaftssektoren würden für Privatunternehmen geöffnet und das Genehmigungsverfahren für neue Unternehmen gestrafft werden, teilte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel am Freitag in einer Fernsehansprache mit. Diese Reformen würden "bald diskutiert und sehr zügig verabschiedet werden".

Kolumbianisches Schiff mit Hilfslieferungen erreicht Kuba

Ein kolumbianisches Schiff mit Hilfslieferungen hat die seit Monaten unter einer US-Energieblockade leidende Karibikinsel Kuba erreicht. Die "ACR Caribe" der kolumbianischen Streitkräfte traf am Freitagmorgen im Hafen von Havanna ein, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Der kolumbianischen Regierung zufolge hat das Marineschiff rund hundert Tonnen Lebensmittel, Medikamente, Krankenhausbedarf und Solarpanele transportiert.

Textgröße ändern: