Deutsche Tageszeitung - Erneuter Lockdown bremst Erholung - BIP im vierten Quartal steigt um 0,1 Prozent

Erneuter Lockdown bremst Erholung - BIP im vierten Quartal steigt um 0,1 Prozent


Erneuter Lockdown bremst Erholung - BIP im vierten Quartal steigt um 0,1 Prozent
Erneuter Lockdown bremst Erholung - BIP im vierten Quartal steigt um 0,1 Prozent / Foto: ©

Der erneute Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die Erholung der deutschen Wirtschaft zum Jahresende so gut wie gestoppt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2020 lediglich um 0,1 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum war das ein Minus von 3,9 Prozent.

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Die deutsche Wirtschaft hatte sich nach dem historischen Einbruch im zweiten Quartal (minus 9,7 Prozent) im dritten Quartal wieder erholt (plus 8,5 Prozent). Diese Erholung sei aber durch die zweite Corona-Welle und den erneuten Lockdown zum Jahresende gebremst worden, erklärten die Statistiker. Davon betroffen war vor allem der private Konsum.

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, sagte dazu, das leichte Plus von 0,1 Prozent im vierten Quartal zeige, dass die deutsche Wirtschaft "zunehmend gelernt hat, mit den Kontaktbeschränkungen umzugehen". Vor allem die "robuste Erholung im verarbeitenden Gewerbe" habe die Rückschläge im Gastgewerbe, dem Kultursektor und dem Einzelhandel ausgeglichen.

Im Gesamtjahr 2020 schrumpfte die Wirtschaft um 5,0 Prozent. Für 2021 erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des BIP von 3,0 Prozent.

In Frankreich waren die Folgen der Corona-Pandemie schlimmer: Die Wirtschaft dort schrumpfte laut Statistikamt 2020 um 8,3 Prozent. Die Regierung hatte sogar mit einem Minus von elf Prozent gerechnet. Die spanische Wirtschaft brach 2020 sogar um elf Prozent ein. Das Land war besonders hart von der Pandemie getroffen.

Polen schloss das vergangene Jahr mit einem Einbruch des BIP um 2,8 Prozent ab. Das war dem Statistikbüro zufolge der erste Rückgang der Wirtschaft seit 1991. In der kommenden Woche will das ebenfalls schwer von der Pandemie erschütterte Land Italien seine Daten für 2020 veröffentlichen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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