Deutsche Tageszeitung - Eventim bringt Corona-Impfung als Voraussetzung für Konzertbesuche ins Spiel

Eventim bringt Corona-Impfung als Voraussetzung für Konzertbesuche ins Spiel


Eventim bringt Corona-Impfung als Voraussetzung für Konzertbesuche ins Spiel
Eventim bringt Corona-Impfung als Voraussetzung für Konzertbesuche ins Spiel / Foto: ©

Zum Konzert nur noch mit Corona-Impfung - diese Möglichkeit hat der Ticketverkäufer CTS Eventim ins Spiel gebracht. Sobald sich jeder impfen lassen könne, solle es möglich sein, "eine Impfung zur Zugangsvoraussetzung für Veranstaltungen zu machen", sagte Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg der "Wirtschaftswoche". Der Showveranstalter S-Promotion lehnte den Vorstoß am Mittwoch ab. Laut Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) wären solche Regelungen aber durchaus denkbar.

Textgröße ändern:

Schulenbergs Aussage bezog sich auf einen Zeitpunkt, "wenn es genug Impfstoff gibt und jeder sich impfen lassen kann". Dann sollten "privatwirtschaftliche Veranstalter" die Möglichkeit haben, nur Geimpfte zu einer Veranstaltung zuzulassen. CTS Eventim habe bereits die technischen Voraussetzungen geschaffen: "Wir haben unsere Systeme so eingerichtet, dass sie auch Impfausweise lesen können."

Er verstehe, wenn Menschen wegen einer Impfung Bedenken hätten, sagte Schulenberg der "Wirtschaftswoche". "Aber wenn man sieht, wie nun weltweit ohne relevante Nebenwirkungen geimpft wird, dann ist zu hoffen, dass diese Skepsis auch bald schwinden wird."

Nach den Plänen der Regierung sollen bis zum Ende des Sommers alle Bundesbürger die Möglichkeit haben, sich impfen zu lassen. In Schleswig-Holstein organisiert auch CTS Eventim die Vergabe von Impfterminen. Mit anderen Bundesländern gebe es Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit in der Zukunft, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, sagte Schulenberg. "Je schneller die Bevölkerung geimpft ist, desto schneller können auch Veranstaltungen wieder stattfinden."

Der Veranstalter S-Promotion hält nichts von dem Eventim-Vorschlag. Es handele sich um eine "Impfpflicht für Konzertbesucher", erklärte das Unternehmen. Dies sei ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot. "Wir distanzieren uns ganz klar von dieser absurden Idee", erklärte Geschäftsführer Stefan Schornstein.

Justizministerin Lambrecht sagte allerdings den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Donnerstagsausgaben), Privatunternehmen dürften im Grundsatz selbst bestimmen, mit wem sie Geschäfte machen möchten. "Juristen sprechen hier vom Grundsatz der Privatautonomie."

Wenn zum Beispiel die Restaurants wieder öffnen dürften "und ein Restaurantinhaber dann ein Angebot nur für Geimpfte machen möchte, wird man ihm dies nach geltender Rechtslage schwerlich untersagen können", erläuterte Lambrecht. Es mache einen großen Unterschied, ob der Staat Grundrechte einschränken müsse oder ob "Private Angebote für bestimmte Personengruppen machen möchten".

Die Ministerin betonte zugleich, dass es anfangs nicht genügend geimpfte Menschen geben werde, "dass sich solche Unterscheidungen für die Wirtschaft lohnen würden". Und je weiter die Impfungen voranschritten, "desto eher werden wir alle zur Normalität zurückkehren können". Es gehe also nur um "einen relativ kurzen Übergangszeitraum", fügte Lambrecht hinzu.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Stimmung der Unternehmen in Deutschland im Juli verbessert

Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich im Juli den dritten Monat in Folge verbessert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex legte von 85,7 Punkten im Juni auf 86,6 Punkte zu, wie das Münchener Institut am Montag mitteilte. Spürbar verbesserten sich die Erwartungen der befragten Unternehmen für die kommenden Monate, mit den laufenden Geschäften waren sie dagegen unter dem Strich etwas weniger zufrieden.

Dritte Nacht ohne Angriffe am Golf: Ölpreise fallen wegen Hoffnung auf Entspannung

Nach der dritten Nacht ohne Angriffe am Persischen Golf sind die Ölpreise zu Handelsbeginn am Montag deutlich gefallen. Seit Freitagabend wurden keine US-Luftangriffe im Iran gemeldet. Der Iran seinerseits sah von Angriffen auf mit Washington verbündete Nachbarn am Golf ab. Der Ölpreis sackte um rund fünf Prozent ab, auf rund 92 Dollar für ein Barrel der Nordseesorte Brent. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich noch etwas stärker auf gut 84 Dollar.

Chinas Chiphersteller CXMT steigt zum wertvollsten Unternehmen des Landes auf

Der chinesische Chiphersteller CXMT ist mit seinem Börsengang zum wertvollsten Unternehmen des Landes aufgestiegen. Die Aktie legte zum Handelsbeginn am Montag um mehr als 500 Prozent zu. Die Marktkapitalisierung des Konzerns stieg so auf 3,65 Billionen Yuan (472,6 Milliarden Euro). CXMT löste damit die Großbank ICBC als wertvollstes Unternehmen in Festlandchina ab.

Zwei Nächte in Folge keine US-Angriffe im Iran: Teheran stoppt seine Attacken

Im Krieg mit dem Iran hat das US-Militär zwei Nächte in Folge keine Ziele mehr in dem Land angegriffen. Die iranische Armee kündigte daraufhin am Sonntag an, ihre Attacken in der Region ebenfalls einzustellen. Die für den weltweiten Öl- und Flüssiggastransport wichtige Straße von Hormus ist dagegen weiter umkämpft. Auseinandersetzungen gab es auch zwischen der jemenitischen Huthi-Miliz und Saudi-Arabien.

Textgröße ändern: