Deutsche Tageszeitung - Industrie sieht in Ethikrat-Empfehlung "Türöffner" für Debatte über Normalzustand

Industrie sieht in Ethikrat-Empfehlung "Türöffner" für Debatte über Normalzustand


Industrie sieht in Ethikrat-Empfehlung "Türöffner" für Debatte über Normalzustand
Industrie sieht in Ethikrat-Empfehlung "Türöffner" für Debatte über Normalzustand / Foto: ©

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Empfehlungen des Ethikrates in der Corona-Pandemie als "Türöffner" für die Debatte über eine schrittweise Rückkehr zum gesellschaftlichen Normalzustand begrüßt. Die Klarstellung des Ethikrates, dass Unternehmen das Recht hätten, "Geimpften Zugang zu Leistungen zu ermöglichen, die Ungeimpften aus Pandemieschutzgründen nicht offenstehen", biete "wertvolle Orientierung", kommentierte der Industrie-Spitzenverband.

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In der Corona-Krise wird seit längerem kontrovers diskutiert, ob Geimpften Sonderrechte eingeräumt werden sollten. Der Deutsche Ethikrat sieht mögliche Erleichterungen für Menschen mit einer Schutzimpfung derzeit kritisch.

Zugleich hob der Rat am Donnerstag hervor, dass private Unternehmen anders als der Staat grundsätzlich frei in ihrer Entscheidung seien, mit wem sie einen Vertrag schließen. Das umfasse "prinzipiell auch die Möglichkeit, nach dem Impfstatus ihrer Gegenüber zu differenzieren". Dies würde also bedeuten, dass Geimpfte anders behandelt werden dürfen als Ungeimpfte.

Der BDI erklärte, zu einer "erfolgreichen Impfstrategie" gehöre ein "überzeugender Fahrplan für Lockerungen für geimpfte Personen" - wo immer diese Lockerungen "auf Basis verlässlicher Daten über das Infektionsgeschehen und die vorhandene Wirksamkeit der Impfungen" möglich würden. "Normalität ist kein Privileg oder Sonderrecht, sondern ein Anspruch, nicht unnötig durch den Staat in seinen Rechten beschränkt zu werden", erklärte Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung.

Von der Bundesregierung und den Ländern erwartet die Industrie nun eine "pragmatische Regelung", um die Empfehlungen rechtzeitig umzusetzen. "In wenigen Monaten werden die Impfzahlen deutlich steigen", erklärte Plöger. "Spätestens dann brauchen wir ein einsatzfähiges Konzept", forderte sie. "Deutschland sollte dem Beispiel Dänemarks folgen, das die Entwicklung eines digitalen Corona-Passes angekündigt hat, der schon Mitte des Jahres verfügbar sein soll."

(M.Dorokhin--DTZ)

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