Deutsche Tageszeitung - Brüssel verdonnert Pharma-Konzern Aspen zu niedrigeren Preisen für Krebsmedizin

Brüssel verdonnert Pharma-Konzern Aspen zu niedrigeren Preisen für Krebsmedizin


Brüssel verdonnert Pharma-Konzern Aspen zu niedrigeren Preisen für Krebsmedizin
Brüssel verdonnert Pharma-Konzern Aspen zu niedrigeren Preisen für Krebsmedizin / Foto: ©

Die EU-Kommission hat den südafrikanischen Pharma-Konzern Aspen dazu verdonnert, seine Preise für sechs Krebsmedikamente drastisch zu senken. Das Unternehmen verlange "übermäßig" viel Geld für bestimmte Mittel zur Behandlung von Leukämie und anderer Blutkrebserkrankungen, erklärte die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissionsvize Margrethe Vestager am Mittwoch. Dabei seien "Patienten, darunter kleine Kinder, auf diese Medikamente angewiesen."

Textgröße ändern:

Nach Angaben der EU-Kommission hatte Aspen die Rechte zur Herstellung der patentfreien Medikamente erworben und ab 2012 damit begonnen, die Preise nach und nach zu erhöhen - "oft um mehrere Hundert Prozent". 2017 leitete Brüssel Ermittlungen ein, die ergaben, "dass Aspen nach den Preiserhöhungen durchgehend sehr hohe Gewinne aus dem Verkauf dieser Medikamente in Europa erzielte".

Die Preise überstiegen demnach die relevanten Kosten im Durchschnitt um fast dreihundert Prozent. "Legitime Gründe" für diese Gewinnspanne lägen nicht vor, zumal die Medikamente seit 50 Jahren patentfrei seien.

"Aspen konnte diese Preiserhöhungen erreichen, weil Patienten und Ärzte meist keine Alternativen zur Verwendung dieser speziellen Krebsmedikamente hatten", erklärte die Kommission weiter. In einigen Fällen sei das Unternehmen Kritik an seiner Preispolitik sogar mit der Drohung begegnet, sich aus der Versorgung zurückzuziehen.

In Verhandlungen mit Brüssel habe Aspen schließlich einer Reihe von Bedingungen zugestimmt. Die Preise der sechs Medikamente werden demnach im Schnitt um 73 Prozent und damit auf das Niveau von 2012 gesenkt. Die neuen Preise gelten rückwirkend ab dem 1. Oktober 2019 für zehn Jahre.

Aspen habe außerdem die Versorgung Europas mit den Medikamenten mindestens für die nächsten fünf Jahre zugesichert, erklärte die Kommission. Sollte sich das Unternehmen dann aus der Versorgung Europas zurückziehen, werde es die entsprechende Genehmigung an ein anderes Unternehmen abtreten.

Bei Verstoß gegen die Abmachung droht Aspen ein Bußgeld in Höhe von bis zu zehn Prozent seines Jahresumsatzes. Nach eigenen Angaben könnte die Kommission diese Strafe direkt und ohne weitere Ermittlungen verhängen.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Chinas Erfolge in der Chipindustrie: Kursverluste bei Halbleiterfirmen weltweit

Chinas jüngste Erfolge in der Chipindustrie und die Zweifel an den immensen Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) haben die Kurse von Halbleiter- und KI-Unternehmen weltweit einbrechen lassen. In Südkorea und in Japan waren die Verluste am Dienstag besonders hoch. Das US-Portal "The Information" hatte über einen Technologiesprung bei Maschinen für die Chipproduktion in China berichtet.

Bundesregierung kann Klimawirkung von neuem Heizungsgesetz weiter nicht beziffern

Die Bundesregierung kann die Wirkung des neuen Heizungsgesetzes auf die Entwicklung der Treibhausgasemissionen weiterhin nicht beziffern. "Eine Abschätzung der Klimawirkung des Gesetzes benötigt noch Zeit", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium auf eine entsprechende Anfrage des Grünen-Abgeordneten Alaa Alhamwi, die der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag.

Ölpreise als Treiber: E-Auto-Markt in Europa erreicht laut Studie neues Allzeithoch

Die Verbreitung von Elektroautos hat angesichts schwankender Ölpreise zuletzt weiter Fahrt aufgenommen. Im zweiten Quartal habe der Anteil reiner Elektroautos (BEV) in der Europäischen Union mit 22 Prozent "den höchsten Wert aller Zeiten" erreicht und erstmals die Marke von 600.000 Fahrzeugen überschritten, teilte das Beratungsunternehmen PwC am Dienstag mit. In Deutschland übertraf der BEV-Anteil an den Neuzulassungen im Juni demnach mit 28,4 Prozent den Hybrid-Anteil (28,1 Prozent).

Hitzewelle Ende Juni: 90 Prozent mehr Eis und 77 Prozent mehr Wasser verkauft

In der Hitzewelle Ende Juni haben die Menschen in Deutschland sehr viel mehr Speiseeis und Wasser in Flaschen gekauft: Der Absatz von Speiseeis in den Supermärkten lag in der Woche vom 22. bis 28. Juni um 90 Prozent über dem in einer durchschnittlichen Sommerwoche der Jahre 2023 bis 2025, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Zudem seien 77 Prozent mehr stilles Wasser und 63 Prozent mehr Sprudelwasser gekauft worden.

Textgröße ändern: