Deutsche Tageszeitung - EU-Wirtschaftsexperten sehen Licht am Ende des Corona-Tunnels

EU-Wirtschaftsexperten sehen Licht am Ende des Corona-Tunnels


EU-Wirtschaftsexperten sehen Licht am Ende des Corona-Tunnels
EU-Wirtschaftsexperten sehen Licht am Ende des Corona-Tunnels / Foto: ©

Die EU-Kommission blickt vorsichtig optimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung infolge der Corona-Krise in diesem und nächstem Jahr. In ihrer Winterprognose vom Donnerstag geht die Brüsseler Behörde von einer rascheren Erholung der europäischen Wirtschaft aus. Demnach könnte die Wirtschaftsleistung der 27 EU-Länder anders als erwartet bereits 2022 wieder das Niveau von vor der Pandemie erreichen.

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"Wir bleiben im schmerzhaften Griff der Pandemie, ihre sozialen und wirtschaftlichen Folgen sind nur allzu offensichtlich", sagte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. "Dennoch gibt es endlich Licht am Ende des Tunnels". Demnach ist insbesondere der Start der Impfkampagnen in der EU Anlass zu "vorsichtigem Optimismus".

In der Winterprognose rechnet die Kommission für 2021 mit einem Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent. Damit korrigierte sie ihre Erwartungen vom Herbst zwar von 4,1 Prozent leicht nach unten. Allerdings fiel der Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 weniger gravierend aus. Im November war Brüssel hier noch von einem Minus von 7,4 Prozent ausgegangen. Am Ende lag der Rückgang bei 6,3 Prozent.

Die wirtschaftliche Situation bleibe wegen der zahlreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in diesem Winter zwar schwierig, räumte Gentiloni ein. "Aber da in den kommenden Monaten immer mehr Menschen geimpft werden, sollte eine Lockerung der Einschränkungen einen stärkeren Aufschwung im Frühjahr und Sommer ermöglichen."

Für 2022 hob die Kommission ihre Wachstumserwartungen von 3,0 auf 3,9 Prozent an. Neben den Impfkampagnen trägt laut Wirtschaftskommissar Gentiloni auch das Ende 2020 im letzten Moment abgeschlossene Handelsabkommen mit Ex-EU-Mitglied Großbritannien dazu bei.

Allerdings gibt es bedeutende Unterschiede zwischen den EU-Ländern. Am stärksten unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie gelitten haben bislang die vom Tourismus abhängigen Länder Spanien, Griechenland, Malta und Kroatien. Besonders im Fall von Spanien geht die Kommission nun auch von einer schnellen Erholung mit 5,6 Prozent Wachstum in 2021 aus.

Die griechische Wirtschaft hingegen kann nach einem Einbruch um zehn Prozent in 2020 zunächst nur auf 3,5 Prozent Wachstum hoffen. Auch für Österreich sieht es nicht gut aus: Die Wirtschaftsleistung war hier um 7,4 Prozent zurückgegangen und die Kommission erwartet für 2021 ein Wachstum von nur 2,0 Prozent.

Der Einbruch der deutschen Wirtschaft fiel den Angaben zufolge mit fünf Prozent weniger stark aus als in den meisten anderen EU-Länder. Doch auch das Wachstum 2021 wird demnach voraussichtlich mit 3,2 Prozent unterdurchschnittlich bleiben.

Die Kommission versieht ihre Voraussagen nach wie vor mit deutlichen Fragezeichen: Die Unsicherheit in den Prognosen sei zwar seit Sommer zurückgegangen, aber weiterhin hoch. "Hauptfaktoren sind die Entwicklung der Pandemie und der Erfolg der Impfkampagnen."

Dabei schließt Brüssel auch positive Abweichungen nicht aus. Etwa könnten schnelle Impfungen früher als bislang erwartet zu Lockerungen der Corona-Maßnahmen führen. Auch sind die Auswirkungen der Milliardenhilfen aus dem EU-Corona-Fonds demnach bisher kaum in die Prognosen eingeflossen.

(A.Stefanowych--DTZ)

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