Deutsche Tageszeitung - Auswertung der Panama Papers beschert Fiskus Millionenbeträge an zusätzlichen Steuern

Auswertung der Panama Papers beschert Fiskus Millionenbeträge an zusätzlichen Steuern


Auswertung der Panama Papers beschert Fiskus Millionenbeträge an zusätzlichen Steuern
Auswertung der Panama Papers beschert Fiskus Millionenbeträge an zusätzlichen Steuern / Foto: ©

Knapp fünf Jahre nach Veröffentlichung der Panama Papers haben die hessische Steuerverwaltung und das Bundeskriminalamt (BKA) die Auswertung der gigantischen Datensätze abgeschlossen und eine positive Bilanz gezogen. "Weltweit konnten Steuerkriminelle bestraft werden", erklärte Hessens Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. In Deutschland wurden demnach zusätzliche Steuereinnahmen in Millionenhöhe erreicht.

Textgröße ändern:

Konkret seien ein steuerliches Mehrergebnis von 38,4 Millionen Euro sowie ein strafrechtliches Mehrergebnis von mehr als 19 Millionen Euro erzielt worden. In rund 155 Fällen wurden demnach Steuerstrafverfahren eingeleitet oder bereits laufende Verfahren durch Erkenntnisse unterstützt, die aus den Panama Papers gewonnen wurden.

Außerdem hätten an das Ausland abgegebene Datensätze bislang zu einem steuerlichen Mehrergebnis von etwa 14,5 Millionen Euro und einem strafrechtlichen von etwa 100.000 Euro geführt. Damit summiere sich das Mehrergebnis auf aktuell insgesamt rund 72 Millionen Euro.

Die Hessische Steuerverwaltung hatte mit dem BKA federführend für die Steuerverwaltungen der anderen Bundesländer die Auswertung übernommen und sich mit über 300.000 Euro am Ankauf der Panama Papers durch das Bundeskriminalamt beteiligt. "Die Panama Papers sind das größte Daten-Leak, das bisher von einer Steuerverwaltung ausgewertet wurde", erklärte Boddenberg. "3,2 Terabyte an Daten liegen uns vor. Es handelt sich dabei um fast 49 Millionen Dokumente, die mal nur einzelne, aber durchaus auch mehrere hundert Seiten umfassen."

Zugleich wies Boddenberg darauf hin, dass die Ergebnisse wegen der komplexen und langwierigen Ermittlungen weiterhin eine "Momentaufnahme" seien und die Mehrergebnisse noch steigen könnten.

Die Panama Papers hatten enthüllt, wie die Kanzlei Mossack Fonseca Politikern, Fußball-Funktionären und Kriminellen, aber auch Milliardären und Prominenten geholfen hatte, ihr Geld zu verstecken. Das Treiben flog auf, nachdem ein anonymer Whistleblower der "Süddeutschen Zeitung" mehr als elf Millionen interne Dokumente der Kanzlei zugespielt hatte. Die "SZ" und das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) analysierten die Daten zusammen mit 400 Journalisten aus aller Welt und veröffentlichten die Ergebnisse im April 2016.

Nach der Veröffentlichung mussten etliche Politiker - darunter der damalige isländische Premier Sigmundur Gunnlaugsson und der pakistanische Premier Nawaz Sharif - von ihren Ämtern zurücktreten. Weltweit wurden tausende Ermittlungsverfahren eingeleitet.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

US-Milliardär Ackman will Musik-Label Universal für 55 Milliarden Euro kaufen

Der US-Milliardär Bill Ackman will das weltweit größte Musik-Label Universal übernehmen. Ackmans Investmentfonds Pershing Square veröffentlichte am Dienstag ein Angebot an die Aktionäre der Universal Music Group (UMG), welches das Unternehmen nach AFP-Berechnungen mit 55 Milliarden Euro bewertet. Bei UMG stehen Stars wie Taylor Swift, The Weeknd und Lady Gaga unter Vertrag.

Umfrage: Mehr als jeder Zweite denkt zumindest gelegentlich an Auswanderung

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland denkt einer Umfrage für den "Playboy" zufolge zumindest gelegentlich und vage ans Auswandern. Der Anteil liege bei 60 Prozent, wie das Magazin am Dienstag vorab mitteilte. Aus dieser Gruppe planen demnach allerdings nur zwei Prozent konkret eine Ausreise, acht Prozent recherchieren Möglichkeiten dazu.

Niederländisches Unternehmen weitet Gasförderung vor Borkum aus

Das niederländische Unternehmen One-Dyas hat die Gasförderung unweit der deutschen Nordseeinsel Borkum ausgeweitet. Die zweite Förderplattform der Anlage sei in Betrieb genommen worden, erklärte das Unternehmen aus Amsterdam am Dienstag. "Dadurch steigt die jährliche Produktion dort auf eine Milliarde Kubikmeter." Die bisherige Fördermenge der ersten Bohrung lag demnach bei 700 Millionen Kubikmetern.

Frankreich erwägt Spritrabatte für mobile Pflegekräfte und Landwirte

Angesichts der hohen Spritpreise hat Frankreich finanzielle Hilfe für mobile Pflegekräfte und besonders betroffene Landwirte in Aussicht gestellt. "Wir werden die Hilfen auf diejenigen beschränken, deren Branchen besonders betroffen sind", sagte die beigeordnete Energieministerin Maud Brégeon am Dienstag dem Sender BFM. Einen Preisdeckel wie von Gewerkschaftsseite gefordert, lehnte die Ministerin ab. "Dies würde erst recht zu Versorgungsengpässen führen", betonte sie. Eine "allgemeine Hilfe" könne sich Frankreich zudem nicht leisten, erklärte sie.

Textgröße ändern: