Deutsche Tageszeitung - EU-Neuwagenmarkt bricht im Januar auf Rekordtief ein

EU-Neuwagenmarkt bricht im Januar auf Rekordtief ein


EU-Neuwagenmarkt bricht im Januar auf Rekordtief ein
EU-Neuwagenmarkt bricht im Januar auf Rekordtief ein / Foto: ©

Die Pkw-Neuzulassungen auf dem EU-Automarkt sind zum Jahresbeginn auf ein Rekordtief gesunken: Im Januar 2021 brach die Zahl der Neuzulassungen um 24 Prozent zum Vorjahresmonat auf rund 726.500 ein, wie der europäische Herstellerverband Acea am Mittwoch mitteilte. Das war demnach der bisher niedrigste Wert für einen Januar und der prozentual größte Einbruch seit Mai vergangenen Jahres.

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Drei der vier wichtigsten Automärkte in der EU verzeichneten den Angaben zufolge zweistellige Rückgänge. Spanien traf es mit einem Einbruch um knapp 52 Prozent am schlimmsten - aber auch in Deutschland sank die Zahl der Neuzulassungen im Januar deutlich: um rund 31 Prozent. In Italien wurden 14 Prozent weniger Neuzulassungen als im Januar 2020 registriert.

In Frankreich fiel der Rückgang mit knapp sechs Prozent vergleichsweise moderat aus. Den einzigen Anstieg bei den Pkw-Neuzulassungen verzeichnete derweil Schweden - und zwar gleich um knapp 23 Prozent.

Die anhaltenden Corona-Beschränkungen drückten die Autoverkäufe in der EU noch immer deutlich, erklärte Acea. Der Verband verwies außerdem auf einen Kalendereffekt bei den Zulassungszahlen: Der Januar 2021 beinhaltete einen Arbeitstag weniger als der Vorjahresmonat.

"Die unterschiedlich starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens bestimmen derzeit die Lage auf den Neuwagenmärkten", erklärte die Beratungsgesellschaft EY. "Hinzu kommen allerdings in einigen Ländern staatliche Unterstützungen, Abwrackprämien, Zuschüsse und Steuererleichterungen, was die große Spannbreite erklärt."

In den vier wichtigsten Absatzstaaten der EU sowie in Großbritannien nahm laut EY auch das in den Vormonaten so starke Marktwachstum bei elektrifizierten Pkw im Januar deutlich ab. Gemeinsam kamen die Länder demnach auf ein Absatzwachstum um 23 Prozent bei reinen Elektroautos sowie 101 Prozent bei Plug-in-Hybriden. Damit war der Trend zwar nach wie vor deutlich erkennbar - doch im Dezember hatte das Plus jeweils deutlich über 400 Prozent betragen.

EY-Experte Peter Fuß führte die Entwicklung "auf den massiven Elektro-Boom im Dezember" zurück. Die Hersteller hätten zum Jahresende möglichst viele E-Autos verkauft, "um die Emissionsvorgaben für das Jahr 2020 einzuhalten und Strafzahlungen zu vermeiden". In den kommenden Monaten werde das Elektro-Segment wieder deutlich stärker wachsen. "Dafür werden auch die neuen Modelle sorgen, die für den weiteren Jahresverlauf angekündigt sind und die das Kundeninteresse nochmals anfachen werden", erklärte Fuß.

Insgesamt rechnete der Marktbeobachter aber im Februar noch nicht mit einer Erholung: Zusätzlich zu geschlossenen Autohäusern, Ausgangssperren und Konjunkturproblemen kämen für die Autobranche aktuell noch die Lieferengpässe bei Mikrochips "sowie mögliche neue Unterbrechungen der Lieferketten wegen geschlossener Grenzen". Insgesamt werde der Neuwagenmarkt im laufenden Jahr "selbst im günstigsten Szenario" weder in Deutschland noch EU-weit wieder das Vorkrisenniveau von 2019 erreichen.

(W.Budayev--DTZ)

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