Deutsche Tageszeitung - Deutscher Reisemarkt 2020 eingebrochen

Deutscher Reisemarkt 2020 eingebrochen


Deutscher Reisemarkt 2020 eingebrochen
Deutscher Reisemarkt 2020 eingebrochen / Foto: ©

Der deutsche Reisemarkt ist im zurückliegenden Geschäftsjahr angesichts der Corona-Pandemie eingebrochen. Wie der Deutsche Reiseverband (DRV) am Mittwoch mitteilte, gaben die Deutschen 2019 noch 69,5 Milliarden Euro für Reisen aus, im vergangenen Jahr waren es nur noch knapp 32 Milliarden Euro - ein Rückgang um 54 Prozent. Das Geschäftsjahr der Branche endete am 31. Oktober.

Textgröße ändern:

Besonders hart traf es demnach den organisierten Reisemarkt, also Angebote von Reiseveranstaltern. Hier brachen die Ausgaben um 65 Prozent ein und erreichten nur noch 12,5 Milliarden Euro. Der Umsatz sei "auf ein Niveau von vor über 30 Jahren" zurückgefallen, erklärte der DRV. Die Überbrückungshilfe III reiche dabei nicht aus, kritisierte der Verband. Die Ausgaben für selbst organisierte Reisen sanken um 43 Prozent.

Die Branche beobachtete zudem den Trend, dass die Bundesbürger weniger auf Veranstalter zurückgriffen, sondern ihre Reisen eher selbst organisierten. Das liege vor allem daran, dass mehr im Inland und der näheren Umgebung Urlaub gemacht wurde. Die rund 100.000 Beschäftigten bei Reisebüros und Reiseveranstaltern bangten mittlerweile um ihre Jobs und um Existenzen, warnte der DRV.

Indes ziehen die Reisebuchungen für den Sommer "langsam an", teilte der DRV weiter mit. Mit der Aussicht auf Impfungen und mehr Möglichkeiten für Tests steige auch die Zuversicht, bald wieder verreisen zu können, hieß es. Die Branche rechnet außerdem mit einem Nachholeffekt, da viele Menschen im vergangenen Jahr ihren Urlaub verschoben hatten.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Neue Debatten in Koalition über Abkehr von "Rente mit 63"

Der Protest mehrerer ostdeutscher Ministerpräsidenten gegen eine Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte hat neue kontroverse Debatten auch in der Koalition in Berlin ausgelöst. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf stellte in der "Bild"-Zeitung vom Samstag klar, dass die Abschaffung eine Forderung der Union, nicht aber der SPD sei. Politiker von CDU und CSU pochten darauf, an dem besprochenen Aus für die "Rente mit 63" festzuhalten.

Erklärung: Uefa entzieht Fifa-Chef Infantino ihr "Vertrauen"

Trotz des Rückziehers bei seinen umstrittenen Investoren-Plänen hat Fifa-Präsident Gianni Infantino das Vertrauen des europäischen Fußballverbands Uefa verloren. "Die derzeitige Führung der Fifa hat nicht nur das Vertrauen der Uefa verloren, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußball-Familie", erklärte die Uefa am Samstag.

Demonstration zu Christopher Street Day in Hamburg begonnen

Begleitet von einem großen Sicherheitsaufgebot hat am Samstagmittag in Hamburg die Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) begonnen. Die Kundgebung unter dem Motto "Solidarisch queer. Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst" findet eine Woche nach dem islamistischen Anschlag beim Berliner CSD statt. Die Veranstalter rechneten vorab mit rund 250.000 Besucherinnen und Besuchern.

Klüssendorf stellt Aus für "Rente mit 63" infrage

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf stellt das von den Koalitionsspitzen im Grundsatz bereits verabredete Aus für die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte wieder infrage. In der "Bild"-Zeitung vom Samstag betonte er, deren Abschaffung sei "immer eine zentrale Forderung der CDU" gewesen. Für die SPD wäre dies hingegen allenfalls "ein schmerzhafter Bestandteil eines Gesamtpakets zur Rentenreform".

Textgröße ändern: