Deutsche Tageszeitung - Norwegen stoppt vorerst Verkauf von Schiffsmotoren-Hersteller an russischen Konzern

Norwegen stoppt vorerst Verkauf von Schiffsmotoren-Hersteller an russischen Konzern


Norwegen stoppt vorerst Verkauf von Schiffsmotoren-Hersteller an russischen Konzern
Norwegen stoppt vorerst Verkauf von Schiffsmotoren-Hersteller an russischen Konzern / Foto: ©

Norwegens Regierung hat den geplanten Verkauf eines Schiffsmotorenherstellers an einen Konzern mit Sitz in Russland vorerst gestoppt. Das Justiz- und Sicherheitsministerium in Oslo teilte am Dienstag mit, die Übernahme von Bergen Engines an die TMH Gruppe sei aus Gründen der nationalen Sicherheit ausgesetzt. Bergen Engines wartet die Triebwerke von Schiffen der norwegischen Marine, Presseberichten zufolge auch die der "Marjata", Aufklärungsschiff des norwegischen Nachrichtendienstes.

Textgröße ändern:

Das Justizministerium erklärte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass ein Verkauf der Firma ein Sicherheitsrisiko darstelle. Bis zum Ergebnis einer "ausreichenden Evaluierung" sei der Verkaufsprozess daher ausgesetzt.

Bergen Engines gehört seit 1999 dem Großmotorenhersteller Rolls-Royce Power System (RRPS) in Friedrichshafen, Teil der britischen Rolls-Royce-Gruppe. Sie hatte Anfang Februar angekündigt, Bergen Engines für rund 150 Millionen Euro an die TMH Gruppe zu verkaufen, einen russischen Bahnindustrie-Konzern mit rund 100.000 Beschäftigten und Geschäftsstellen in 25 Ländern. Bergen Engines beschäftigt rund 950 Menschen und machte 2019 einen Umsatz von knapp 280 Millionen Euro.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Chinas Dieselausfuhren steigen auf Dreijahreshoch

China hat im September 1,85 Millionen Tonnen Diesel exportiert. Die Ausfuhren lagen 262,3 Prozent über dem Vorjahresmonat, nachdem Peking zuvor gelockerte Exportbeschränkungen wirksam werden ließ.

Airbus verlangt Schlüsselrolle bei Europas nächstem Kampfflugzeug

Nach dem Scheitern von FCAS sucht Deutschland Partner für ein Kampfflugzeug der sechsten Generation. Airbus-Verteidigungschef Michael Schöllhorn fordert einen substanziellen deutschen Industrieanteil und nennt Großbritannien, Italien und Schweden als Optionen.

Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist - wie bereits in der spanischen Hauptstadt Madrid - ein Protestcamp gegen die Wohnungskrise errichtet worden. Nach einer Demonstration versammelten sich am Samstagabend hunderte Protestierer auf dem Rossio-Platz in Herzen von Lissabon und bauten dutzende Zelte auf, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Hunderttausende Teilnehmer und heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich

Hunderttausende Teilnehmer, Gebäude in Flammen, Tränengasschwaden und dutzende Festnahmen: Am landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem ist es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Nach Angaben der Organisatoren gingen am Samstag rund 800.000 Menschen im ganzen Land auf die Straße. Von Marseille bis Lille kam es dabei zu Ausschreitungen, mehr als 272 Menschen wurden festgenommen. In Saint-Etienne verlor erneut ein Demonstrant durch eine Polizeigranate seine Hand.

Textgröße ändern: